Lampen und Heizungen

 

Glühlampen und LEDs lassen sich einfacher steuern als Motoren und Relais, weil von ihnen keine impulsförmigen Rückwirkungen auf die Steuerung ausgehen.

Heizungen und alle anderen Lasten, die als Ohm'scher Widerstand zu betrachten sind, verhalten sich praktisch genauso wie Glühlampen.


Programmierung von Schaltvorgängen

Bei der Sensorbox können alle digitalen I/O nur kollektiv mit einem Befehl geschaltet werden. Daher ist eine gewisse Planung bei der Formulierung der Befehle notwendig.
Zuerst muss festgelegt werden, welche I/O Leitungen Eingang sein sollen. In diese Bits muss immer eine 1 geschrieben werden.
Bei Ändern eines Ausgangs müssen immer alle anderen Ausgänge mit geschaltet werden. Es ist daher wichtig sich zu merken, welcher Ausgang gerade welchen Wert hat. Am besten legt man eine globale Variable an, die den momentanen Zustand aller digitalen I/O speichert. Der aktuelle Wert dieser Variablen wird stets als zweites MIDI Datenbyte gesendet, wobei Bit 7 natürlich = 0 sein muss. Wenn der Impulsgenerator aktiv ist und durch diesen Befehl nicht verändert werden soll, ist ausserdem Bit 6 zu setzen (dezimal 64 addieren).

Soll ein LED (wie unten beschrieben) eingeschaltet werden, dann muss das zu diesem I/O gehörende Bit gelöscht (= 0 gesetzt) werden.

Bei allen Schaltungsvarianten mit invertierendem Verstärker muss das zu diesem I/O gehörende Bit gesetzt (= 1) werden, um das Relais einzuschalten.

Wenn Z der momentane Wert des digitalen I/O Byte ist, dann ist zum Setzen / Löschen folgende Boole'sche Operation notwendig:
(Zuerst in Hexadezimalzahlen, dann in Dezimalzahlen ausgedrückt)

I/O Nr. Setzen(hex.) Setzen(dez.) Löschen(hex.) Löschen(dez.)
0 Z or 1 Z or 1 Z and FE Z and 254
1 Z or 2 Z or 2 Z and FD Z and 253
2 Z or 4 Z or 4 Z and FB Z and 251
3 Z or 8 Z or 8 Z and F7 Z and 247
4 Z or 10 Z or 16 Z and EF Z and 239

Der zu sendende Steuerbefehl lautet nach Korrektur von Z:
$B0 $0E Z (dezimal: 176 14 Z)

 

LED ein- und ausschalten

Der Pluspol der Betriebsspannung wird mit einem Strombegrenzungs- Widerstand von mindestens 220 Ohm verbunden. Mit dem anderen Anschluss des Widerstands wird die LED verbunden – der längere Draht an der LED muss immer in Richtung Pluspol der Betriebsspannung installiert werden. Der kürzere Draht wird mit einem Digitalausgang der Sensorbox verbunden. Prinzipiell kann auch die Reihenfolge beider Bauelemente vertauscht werden, die hier vorgeschlagene Reihenfolge bietet eine etwas höhere Sicherheit bei Kurzschluss.

Leuchtdioden brauchen zum Leuchten einen Strom von 20 mA (ältere Standard LEDs und moderne superhelle LEDs) oder 2 bis 4 mA (moderne Low-Current-Typen). An der Leuchtdiode fällt im eingeschalteten Zustand eine Durchlasspannung von etwa 1,8 Volt ab. Am Schalttransistor in der Sensorbox fallen nochmal ca. 0,5 Volt ab. Der Vorschaltwiderstand muss bei 5 Volt Betriebsspannung also ca. 2,7 Volt vernichten. Für einen LED-Strom von zum Beispiel 4 mA muss also der Vorschaltwiderstand R=U/I = 2700 mV/4 mA = 675 Ohm betragen. Man wird den handelsüblichen Standardwert 680 Ohm verwenden. Für den Anschluss sind nur 2 Adern (gelb und rot) notwendig. Bei der Patchbay wird eine der Buchsen Nr. 11 bis 15 verwendet, im Programmierbeispiel mit digital I/O#0 ist das Nr. 11, beim SubD- Stecker wird entsprechend die gelbe Leitung an einen der Pins 1 bis 5 gelötet, hier an Pin 5.

Programmierung beim Anschluss an Box#0, digital I/O#0:
Man beachte die "active low" Schaltung: Die LED leuchtet, wenn die Ausgangsspannung der Sensorbox LOW ist.

LED ein: $B0 $0E $00 dezimal: 176 14 0
LED aus: $B0 $0E $1F dezimal: 176 14 31

 

LED "dimmen"

Aufbau wie vorher, Dimmen erfolgt mit der Pulsweitemodulation. Die Helligkeit der LED ist ungefähr proportional dem Anteil der Low-Phase der Pulsweitemodulation an der Gesamtschwingung. Das heisst: niedrige Datenwerte (spez. im 2. MIDI Datenbyte) ergeben eine helle LED

Programmierung: (Parameter wie oben, aber jetzt Steuerung durch Pulsweitemodulation)

LED ein: $B0 $40 $00 dezimal: 176 64 0
LED aus: $B0 $47 $7F dezimal: 176 71 127
LED fast aus:(einfacher, nur 2.Datenbyte modifiziert) $B0 $40 $7F dezimal: 176 64 127
LED mittlere Helligkeit: $B0 $40 $30 dezimal: 176 64 48

Programmiert man den Frequenzgenerator mit niedriger Frequenz, so kann man die LED auch flackern lassen.

Programmierung:
zuerst Gesamtperiode so lange wie möglich: $B0 $57 $7F dezimal: 176 87 127
Dann High-Phase 50%: $B0 $58 $40 dezimal: 176 88 64
LED flackert dunkel: $B0 $58 $70 dezimal: 176 88 112
LED flackert hell: $B0 $58 $20 dezimal: 176 88 32
LED flackert schneller: $B0 $50 $40 dezimal: 176 80 64

 

12 Volt Glühlampen ein- und ausschalten

z.B. mit Auto-Standlichtbirne 12 Volt 5 Watt. Diese Anwendung unterscheidet sich vom LED-Beispiel in 2 Punkten: erstens ist die Speisespannung und der Stromverbrauch der Lampe so hoch, dass die Speisung aus einem externen Netzteil erfolgen muss. Zweitens ist keine direkte Steuerung aus der Sensorbox möglich, so dass ein Schaltverstärker hinzugefügt werden muss. Hierzu eignen sich sehr gut die "smarten" Transistoren des Typs BUK100-50GL und BUK110-50GL (in Wirklichkeit sind dies bereits einfache integierte Schaltungen). Sie können direkt mit den digitalen I/O der Sensorbox angesteuert werden und haben verschiedene Schutzschaltungen eingebaut, so dass sie durch falsche Handhabung kaum zerstört werden können. Man beachte die invertierende Funktion des Verstärkers: die Glühlampe ist AUS, wenn der Transistor gesperrt ist, d.h. der digitale Ausgang der Sensorbox = LOW ist.

Bei höherem Strom und Dauerlast erwärmt sich der Transistor so stark, dass er gekühlt werden muss. Die Kühlung kann mit einem Kühlkörper (ersatzweise Stück 2mm Alublech ca. 5 x 5 cm) erfolgen, der fest mit der Blechfahne des Transistors verschraubt werden muss. Achtung, der Kühlkörper darf nicht mit Masse in Berührung kommen, ggf. isoliert aufbauen oder zur Befestigung des Transistors einen handelsüblichen Isoliersatz benutzen (Isolierscheibe plus Isoliernippel, beim Kauf angeben: für TO220 Gehäuse).

Programmierung:
wie LED-Beispiel, allerdings mit vertauschten Codes für hell und dunkel

 

12 Volt Glühlampen dimmen

Aufbau wie oben, Dimmen wie LED-Beispiel, jedoch mit umgekehrtem Tastverhältnis: hohe Datenwerte (spez. im 2. Datenbyte) ergeben helle Lampe.

 

230 Volt Glühlampen dimmen

 
Jede direkte Verbindung der Sensorbox mit dem Lichtnetz ist lebensgefährlich und verboten ! !

 

Zur Steuerung von 230 Volt Glühlampen verwendet man ein analoges Dimmerpack mit 0 bis 10 Volt Steuerspannung. Es gibt Dimmerpacks mit Schukosteckdosen (am praktischsten zum Experimentieren), mit Kaltgerätedosen (meist am preiswertesten) und mit Klemmenanschluss (nur für Festinstallationen zu empfehlen). Die meisten Dimmerpacks haben eine 8-polige DIN-Buchse als Steuereingang, die Belegung des Steckers findet man in der Bedienungsanleitung oder direkt auf dem Dimmerpack aufgedruckt.
An den zugehörigen Stecker müssen nur 2 Adern angeschlossen und mit der Sensorbox verbunden werden: Masse (engl. "signal Gnd") und Steuerleitung (gelb). An der Patchbay MUSS Buchse Nr. 10 verwendet werden, beim 25-poligen Stecker wird die gelbe Ader an Pin 17 gelötet.

Programmierung wie "LED dimmen", jedoch mit umgekehrtem Tastverhältnis: hohe Datenwerte (spez. im 2. Datenbyte) ergeben hohe analoge Ausgangsspannung. Die pulsweitemodulierte Wechselspannung wird in der Sensorbox durch eine Filter- und Verstärkerschaltung in eine variable Gleichspannung transformiert.

 
Bei allen am 230 Volt Netz angeschlossenen Leitungen und Geräten müssen die VDE-Sicherheitsvorschriften beachtet werden, d.h. vor allem berührsichere Isolation und Schutzleiter (bzw. "Schutzisolation"). Arbeiten an 230-Volt Installationen und in Geräten dürfen nur von einer Elektrofachkraft im Sinne von VDE 0105 durchgeführt werden !

 

Mit Dimmerpacks kann man steuern: normale Glühlampen, Film- und Theaterscheinwerfer auf Glühlampenbasis (meist 230 Volt Halogenbrenner, Leistung darf nicht höher sein als Leistung des Dimmerpacks: 5A Dimmer= max. 1 Kilowatt), 12 Volt Halogenlampen mit konventionellem Trafo (5A Dimmer= max. 300 Watt). Für 12 Volt Halogenlampen gibt es auch elektronische Trafos, die aber unbedingt "mit PhasenANschnitt dimmbar" sein müssen. Zum Experimentieren werden elektronische Trafos nicht empfohlen.

Für reine Schaltfunktionen gibt es Switchpacks, die ähnlich funktionieren wie Dimmerpacks. Switchpacks können keine Werte zwischen EIN und AUS einstellen, dafür sind sie mit Nullspannungs- Schaltern ausgerüstet und übertragen keine Störungen auf andere elektronische Geräte, wie z.B. Audioanlagen.

Wenn man keinen Wert auf allerhöchste Präzision legt, kann man mit Dimmerpacks auch 230 Volt Elektromotoren steuern (5A Dimmer=max. ca. 300 Watt). An Dimmerpacks anschliessen kann man vor allem bürstenkommutierte Universalmotoren, das sind solche die beim Laufen Krach machen (Bohrmaschine, Küchenmixer, Haarfön). Motoren, die einen Hilfskondensator benötigen, z.B. aus Waschmaschinen, dürfen nicht an Dimmerpacks angeschlossen werden. Sehr leise laufende Elektromotoren, wie z.B. in Plattenspielern und Ventilatoren, sind oft "Kurzschlussläufer", die sich nicht per Dimmer steuern lassen. Mehr Informationen zu den verschiedenen Elektromotor- Typen siehe unter "Motoren".
Trafos und Elektromotoren dürfen nur an Dimmerpacks angeschlossen werden, die "für induktive Lasten geeignet" sind, was meistens der Fall ist.

Man kann schliesslich die Ausgangsspannung von ungeregelten Steckernetzteilen mit einem Dimmer per Software einstellen. Das funktioniert aber nur über den unteren halben Steuerbereich des Dimmers. Über Feedback an einem Analogeingang der Sensorbox kann man die Ausgangsspannung sogar bei unterschiedlichen Belastungen "regeln". In der Feedback- Leitung muss dann zur Unterdrückung des Netzbrumms dieser Netzteile entweder ein Tiefpass oder ein Spitzenwert- Gleichrichter vorgesehen werden.

 

Lieferadressen für Dimmerpacks:
Steinigke Showtechnic, 97297 Waldbüttelbrunn, Tel. 0931 - 40 61 60, http://www.steinigke.de
LLV Markus Grimm, 53859 Niederkassel, Tel. 0228 - 45 40 58
Musik Produktiv Ibbenbüren, 49479 Ibbenbüren, 05451 - 90 91 25

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