Servo-Antriebe

 

Ein Servoantrieb besteht aus einem Motor, einem auf der Achse angebrachten Positions- oder Winkelsensor (im einfachsten Fall ist das ein Potentiometer) und einer Regelelektronik mit Sollwert- Eingang. Die Regelelektronik vergleicht den eingegebenen Sollwert mit dem Istwert des Sensors. Stimmen beide nicht überein, so lässt die Regelung den Motor zu der Position laufen, deren Sensor- Istwert gleich dem Sollwert ist. Bei Übereinstimmung wird der Motor abgeschaltet. Neben solchen Positions- Servos gibt es auch Geschwindigkeits- Servos (z.B. Kopfmotoren in Videorecordern), die die Drehzahl eines Motors so steuern, daß ein Drehzahl-Sensor den gleichen Istwert meldet wie als Sollwert vorgegeben.

Die im Modellbau verwendeten Rudermaschinen liefern ein sehr einfach handhabbares analoges Positions-Servo. Bei anderen Servoantrieben kann die Regelschleife auch problemorientiert selber entworfen werden. Ein sehr einfacher Fall ist z.B. eine von einem Motor bewegte Klappe mit Endschaltern.


Modellbau-Rudermaschinen

Der Vorteil dieser Rudermaschinen ist, dass sie direkt mit 5 Volt betrieben werden können. Nachteilig ist der kleine Stellweg und das laute Arbeitsgeräusch. Die Stellkraft (etwa 10 Newton entspr. "1 Kilogramm" bei 3 bis 10 cm Hebellänge) ist für diese kleinen Kästen beachtlich, man sollte aber berücksichtigen, dass die Getriebe aus Plastikzahnrädern bestehen, die bei Überlast sehr schnell verschleissen. Die Sollwert- Vorgabe erfolgt nicht über einen analogen Spannungswert, sondern über einen längenmodulierten Impuls. Die neue Version der Sensorbox (Firmware ab September'99) kann zur Erzeugung eines solchen Impulses programmiert werden.

Mit solch einer Rudermaschine haben wir z.B. eine computergesteuerte Einzelbild- Steuerung für Trickaufnahmen mit einer 16mm Bolex Kamera realisiert. Der Hebel der Rudermaschine verschiebt einen Plastikstreifen in einer Führung aus Aluminiumwinkeln. In diesem Plastikstreifen ist ein Loch, in das der Auslöseknopf der Kamera einrastet. Die Drehbewegung der Rudermaschine wird umgesetzt in eine Schiebebewegung zur Auslösung der Kamera.

Beispielhaft wird der Betrieb einer sehr preiswerten Rudermaschine beschrieben (Conrad Elektronik Bestell-Nr. 23 28 90, siehe auch Best.Nr. 24 60 42 -11, Preis ca. 20 DM). Der Anschluss anderer Fabrikate erfolgt sehr ähnlich, die Impulszeiten entsprechen im Grossen und Ganzen diesem Beispiel, müssen allerdings von Typ zu Typ individuell optimiert werden.

Anschluss:
Zur Rudermaschine gibt es bei Conrad einen Anschlusstecker mit 3 Kabelenden: rot, gelb, schwarz. Die Farben entsprechen unserer Standardbelegung und das Kabel kann direkt in einen Stecker für die Sensorbox- Patchbay geschraubt bzw. an einen 25-poligen SubD Stecker gelötet werden. Bei Verwendung der Patchbay MUSS der Stecker in Buchse 11 gesteckt werden, beim SubD-Stecker MUSS die gelbe Ader an Pin 5 (Frequenzgenerator) gelötet werden.

Programmierung des Frequenzgenerators:
Man beachte, dass die "least significant bits" der Impulsdauer im ersten MIDI-Datenbyte codiert sind!

Einstellung einer Grund-Taktdauer von ca. 12 Millisekunden:
$B0 $50 $0C (dezimal: 176 80 12)
Einstellung einer mittleren High-Phase von 1,5 Millisekunden:
$B0 $5C $01 (dezimal: 176 92 1)
Nach diesem Befehl sollte sich die Rudermaschine etwa in Mittelstellung befinden. Um die Rudermaschine beim Einschalten der Sensorbox in einen definierten Zustand zu versetzen, sollte diese Einstellung als Preset gesichert werden:
$B0 $7F $00 (dezimal: 176 127 0)

Durch Variation der High-Phase Im Bereich ca. 0,6 bis 2,5 Millisekunden kann nun die Rudermaschine verstellt werden, die einstellbaren Endwerte waren bei unserem Musteraufbau: (können individuell geringfügig differieren)
$B0 $5C $02 (dezimal: 176 92 2) und $B0 $5D $0 (dezimal: 176 93 0)

Werden diese Bereichsgrenzen überschritten, dann läuft der Motor der Rudermaschine mit voller Kraft gegen den Anschlag, d.h. die Stromaufnahme steigt über 500 mA, der Spannungsstabilisator in der Sensorbox begrenzt, die Spannung am Mikrocontroller bricht zusammen, es wird ein Reset herbeigeführt. Aus diesem Grunde wurde oben empfohlen, die Nullposition der Rudermaschine als Preset zu speichern (die optimale Einstellung hierfür kann natürlich Ihrem Projekt angepasst werden). So wird verhindert, dass die Maschine längerfristig im Anschlag stehenbleibt, ein Zerstörungsrisiko für Motor und Getriebe wird vermieden.


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* Informationsstand Okt '99. Alle Angaben nach bestem Wissen.
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