Sensor-Anpassung: Grundschaltungen

 

Elektrische Verstärker für Sensoren,
Signal-Aufbereitung und Signal-Normierung

Grundformen von Sensor-Schnittstellen
Verstärkung von Sensorsignalen
Weiterverarbeitung der elektrischen Ausgangssignale eines Sensors / Sensorverstärkers
Spezial-Interfaces

  • Will man nichtelektrische Größen elektrisch messen, so muß man sie zuvor in elektrische Größen bzw. Schwankungen elektrischer Größen umwandeln.
  • Die hierfür in Frage kommenden Umwandler nennt man "Sensoren".
  • Jeder Sensortyp kann nur bestimmte - für ihn charakteristische - physikalische/chemische Größen in elektrische Spannungen, Ströme oder Widerstände umwandeln.
Auf dieser Webseite werden verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, das elektrische Ausgangs- Signal eines Sensors für die elektronische Weiterverarbeitung aufzubereiten, zu verstärken, in digitale Codes umzuwandeln.

 

Grundformen von Sensor-Schnittstellen

Spannungseingang

Die meisten Eingänge von Meßgeräten, Meßverstärkern und A/D-Wandlern reagieren primär auf die angelegte Spannung und verarbeiten diese weiter. Idealerweise haben diese Eingänge keine Rückwirkung auf die angeschlossenen Meßobjekte, Sensoren oder Spannungsquellen. Das heißt vor allem, daß kein Eingangsstrom in die Eingänge hineinfließt oder anders ausgedrückt: daß ihr Eingangswiderstand unendlich hoch ist. Jeder reale Eingang hat jedoch einen endlichen Eingangswiderstand und belastet die angeschlossene Quelle. In der Praxis sollte daher der Eingangswiderstand hoch sein gegenüber dem Eigenwiderstand (präziser ausgedrückt: "Innenwiderstand") des Sensors. Um wieviel höher, hängt sehr stark von der jeweiligen Anwendung und vom geforderten Präzisionsgrad ab.

 

Stromeingang

Der Stromeingang stellt ein dem Spannungseingang entgegengesetztes Ideal dar: d.h. Eingangswiderstand möglichst klein, der eingehende Strom wird ohne Spannungsabfall "verschluckt", angeschlossene Sensoren und Stromquellen werden "kurzgeschlossen". In den hier diskutierten Anwendungen kommen Stromeingänge einzig vor bei Strommessungen, d.h. ein Amperemeter sollte idealerweise keinen Spannungsabfall in der gemessenen Leitung erzeugen.

 

Spannungsabfall an einem Widerstand

An einem Widerstand gilt das Ohm'sche Gesetz, d.h. der Widerstand stellt die Relation zwischen Strom und Spannung her.
Mit Hilfe eines "Lastwiderstandes" (auch "Arbeitswiderstand" genannt) kann ein als Stromquelle wirkender Sensor bei nicht extremen Präzisions-Forderungen einfach an einen Spannungseingang angepaßt werden: der Spannungsabfall am Meßeingang ist proportional dem von der Quelle abgegebenen Strom.

 

Spannungsteiler

Die Schaltung im obigen Bild ist ein "Spannungsteiler", eine immer wieder in der Elektrotechnik auftretende Grundschaltung. Die Teilspannungen verhalten sich wie die Widerstände. Je größer R2 wird (oder je kleiner R1 wird), desto größer wird auch die vom Meßgerät angezeigte Spannung. In der praktischen Anwendung wird einer der beiden Widerstände durch einen resistiven (passiven) Sensor ersetzt.

 

Brückenschaltung

Bei vielen Sensor-Anwendungen ändert sich die zu messende Größe, z.B. Temperatur, nur geringfügig. Dann liefern als Spannungsteiler geschaltete Temperatursensoren nur sehr unsignifikante Meßwerte, weil die Meßanordnung zugleich immer den relativ hohen Grundwiderstand mit verarbeiten muß. Höhere Empfindlichkeiten erreicht man mit einer Brückenschaltung, die aus 2 parallel geschalteten Spannungsteilern besteht. Der Referenz-Spannungsteiler besteht aus temperaturstabilen Widerständen. Bei einer bestimmten Referenztemperatur wird die Brücke so abgeglichen, daß die Spannungsdifferenz zwischen beiden Spannungsteilern Null ist.

Ähnliche Probleme ergeben sich bei Dehnungsmeßstreifen oder bei piezoresistiven Drucksensoren.Hier läßt sich die Empfindlichkeit vergrößern, indem man zwei gleiche Sensoren diagonal gegenüber in der Brücke anordnet. Zur Temperaturkompensation ordnet man gelegentlich einen gleichartigen unbelasteten Dummy-Sensor im Brückenzweig neben dem Meß-Sensor an

Nachteil: Zur Auswertung des Brückensignals ist ein Differenzverstärker notwendig.

In einigen Fällen kann der Differenzverstärker eingespart werden, indem die Spannungen beider Brücken-Abgriffe jeweils mit einem hochauflösenden A/D-Wandler digitalisiert werden und die Differenz im Rechner gebildet wird. Allerdings ist in solchen Fällen der Einsatz einer Brückenschaltung nur dann sinnvoll, wenn sich beide Brückenzweige verändern (diagonale Anordnung zweier Sensoren, Temperaturkompensation). Andernfalls kommt man mit einem einzigen Spannungsteiler einfacher zum gleichen Ergebnis.

 

Verstärkung von Sensorsignalen

Die Aufgabe eines Sensorverstärkers besteht darin, die direkt am Sensor (z.B. in einer Spannungsteiler- oder Brückenschaltung) anstehende Ausgangsspannung in einen normierten, praktisch handhabbaren Spannungsbereich umzusetzen. Die meisten normierten analogen Spannungseingänge erwarten Spannungen zwischen 0 und +10 Volt gegenüber der Bezugsmasse, speziell im Musik- und Multimediabereich häufig auch zwischen 0 und +5 Volt. Die meisten normierten digitalen Spannungseingänge erwarten Spannungen zwischen 0 und +1 Volt als LOW-Pegel und zwischen +2,5 und +5 Volt als HIGH-Pegel. Für analoge Signalübertragungen über längere Strecken werden die Spannungen auch häufig in proportionale Ströme zwischen 0 und 20 mA umgesetzt. Angesichts der Digitalisierung ist diese Technik jedoch am Aussterben und wird hier nicht weiter betrachtet.

 

Elektrometerverstärker, Spannungsfolger

Diese Verstärkertypen haben einen hohen Eingangswiderstand und einen niedrigen Ausgangswiderstand (häufig als "Innenwiderstand" bezeichnet). Sie dienen daher als "Impedanzwandler" zur Anpassung von "hochohmigen" Sensoren an "niederohmige" A/D-Wandler. Mit einem Elektrometerverstärker kann die gemessene Spannung(sdifferenz) zugleich verstärkt werden. In der Praxis ist es günstiger, den Impedanzwandler in der Nähe des Sensors anzuordnen, weil eine "niederohmige" Übertragungsleitung weniger störempfindlich ist.

 

INA = "Instrumentation Amplifier" PGA="Programmable Gain Amplifier"

Unter diesen Stichworten werden professionelle Operationsverstärker und mit allen Hilskomponenten fertig abgeglichene Differenzverstärker angeboten.
Die Website der Herstellerfirma Burr-Brown war mal gut gegliedert und man konnte sich Beispielschaltungen einfach abrufen. Inzwischen ist die Firma von Texas Instruments aufgekauft. Ich lasse den alten Link, weil man so vermutlich am besten zum Ziel kommt.

 

Komparator und Schmitt-Trigger

Elektrometerverstärker und INA dienen hauptsächlich dem Zweck, analoge Sensorausgänge mit ihren differenzierten Ausgangssignalen an einen analogen Eingang anzupassen. Häufig ist man jedoch interessiert, aus einem analogen Sensorsignal eine möglichst exakt definierte binäre Aussage zu gewinnen: Sensor- Ereignis JA oder NEIN. Binäre Informationen lassen sich in Rechnern erheblich einfacher auswerten und handhaben als analoge Informationen.
Schaltverstärker zur Umwandlung analoger Signale in binäre Informationen arbeiten generell nach dem Prinzip der Übersteuerung. Schaltungstechniken mit Komparatoren erfordern eine höhere Bauteile- Investition als die nachfolgend beschriebenen einfachen Transistor- Schaltungen, arbeiten dafür aber präzise mit eindeutig berechenbaren Arbeits- bzw. Umschaltpunkten.
In sehr schnellen Schaltungen, z.B. in der Videotechnik sind aus Operationsverstärkern gebaute Komparatoren, Spannungsfolger und Verstärker meistens zu langsam. Spezielle Video-Opamps sind recht teuer und neigen zur schwer kontrollierbaren Schwingungserregung. Hier ist es häufig günstiger, auf einfache Transistorschaltungen zurückzugreifen.

 

Nachdem zuvor die "professionellen" Lösungen erwähnt wurden, hier verschiedene "quick and dirty" Schaltungstechniken:

 

Emitterfolger

Der Emitterfolger ist die "Billigversion" eines Spannungsfolgers:

Nachteilig am Emitterfolger ist die Spannungsdifferenz zwischen Emitter und Basis von etwa 0,7 Volt, die zudem eine gewisse Temperaturempfindlichkeit aufweist (- 2 Millivolt pro Grad). Diese Nachteile lassen sich annähernd kompensieren durch einen komplementären Emitterfolger aus npn und pnp-Transistor:

Ein weiterer Nachteil des Emitterfolgers ist seine asymmetrische Aussteuerbarkeit: Aus dem Emitter eines npn-Emitterfolgers kann nahezu beliebig viel Strom nach Masse fließen, aus dem Emitter eines pnp-Emitterfolgers kann nahezu beliebig viel Strom zum Pluspol fließen (zumindest soviel, daß der Transistor bei Kurzschluß des Emitterwiderstandes meistens zerstört wird). Dagegen kann ein npn-Emitterfolger keinen Strom zur positiven Betriebsspannung speisen - oder höchstens soviel, daß der Strom durch den Emitter nicht Null wird. Wird der Schaltung nämlich mehr Strom zum Pluspol entnommen, so sperrt der Transistor und die Basis hat keinen Einfluß auf das Geschehen am Emitter mehr. Aus diesem Grunde muß man sich genau überlegen, ob man den Emitterfolger mit einem npn- oder pnp- Transistor aufbaut.

 

einfacher Schaltverstärker (Inverter)

Der Emitterfolger arbeitet als Stromverstärker, man könnte auch sagen, Widerstands- Verringerer. Um Spannungen zu verstärken, benutzt man in der Transistortechnik das Schaltungsprinzip des Inverters:

  • Solange die Eingangsspannung unter 0,7 Volt liegt, kann die Basis-Emitter-Diode des Transistors nicht leitend werden, der Kollektorstrom ist annähernd Null, die Ausgangsspannung ist praktisch gleich der Betriebsspannung.
  • Ist die Eingangsspannung wesentlich größer als 0,7 Volt, so leitet der Transistor. Die Differenz zwischen der Eingangsspannung und 0,7 Volt fällt am Basiswiderstand ab. Ist der Basisstrom und in seiner Folge der Kollektorstrom hoch genug, so ist der Spannungsabfall am Lastwiderstand annähernd gleich der Betriebsspannung, d.h. die Ausgangsspannung ist annähernd gleich Null (in der Praxis etwa 0,5 Volt).
  • Zwischen diesen beiden Bereichen gibt es einen Übergangsbereich, in der unser Verstärker "analog" arbeitet. Zu welchem Sensorsignal dieser Übergangsbereich gehört, hängt ab: vom Sensor und seinem Spannungsteiler-Widerstand, vom Basiswiderstand, von der Stromverstärkung des Transistors, vom Lastwiderstand und von der Betriebsspannung.

    Obige Schaltung ist nur das Grundprinzip des Inverters, speziell für analoge Verstärkung sind etliche Verfeinerungen möglich. Die Grundschaltung kann aber gut eingesetzt und modifiziert werden zur qualitativen Umwandlung analoger Sensorsignale in binäre Schaltspannungen. Ein solcher Verstärker ist leicht und preiswert aufzubauen, muß aber in der Praxis auf die konkreten Anforderungen hin "getrimmt" werden. Betriebssicher einsetzbar ist er nur, wenn eine hinreichend signifikante Änderung des Sensorsignalts eintritt.

    Im Basis-Schaltungskreis sind anstelle eines einzelnen Basiswiderstandes verschiedene Varianten zur Anordnung der Widerstände möglich, insbesondere kann auch der Sensor selbst Basiswiderstand sein. Zur Verbesserung der Schaltcharakteristik kann man eine oder 2 in Leitrichtung gepolte Dioden mit in die Basisleitung schalten, bzw. bei höheren gewünschten Schaltschwellen eine "Zenerdiode".

    Fototransistoren können völlig ohne Basis-Beschaltung als einfache Schalt-Verstärker eingesetzt werden.

 

"Open Collector"-Schaltung, "Wired OR"

Der Lastwiderstand eines Schaltverstärkers muß nicht unmittelbar am Transistor angeordnet werden, er kann auch am anderen Ende der Übertragungsleitung vorhanden sein. Insbesondere muß auch die Kollektorspannung, d.h. die Spannung an die der Lastwiderstand angeschlossen ist, nicht gleich der Spannung sein, aus der die Basis-Schaltung versorgt wird. Daher werden Schaltungsmodule zur leichten Integration in andere Schaltungskonzepte häufig mit einem "Open Collector"-Ausgang geliefert. Ein weiterer Vorteil dieser Schaltungstechnik ist die Möglichkeit, auf extrem einfache Weise eine Verknüpfungslogik herzustellen ("Wired OR"). In der Schaltskizze unten werden z.B. zwei Lichtschranken zu einem gemeinsamen Ausgangssignal verknüpft.

 

optisch isolierter Digitaleingang / Optokoppler

Oben beschriebene Fototransistoren werden häufig zusammen mit einer Infrarot-Leuchtdiode in einem gut isolierenden, aber intern transparenten Plastikgehäuse vergossen. Diese Anordnung nennt man "Optokoppler". Hiermit lassen sich Schaltverstärker herstellen, bei denen der Eingang völlig vom Ausgang isoliert ist. Die Leuchtkraft einer Leuchtdiode hängt ab vom sie durchfließenden Strom. Ähnlich einer normalen Diode ist die an ihr abfallende Spannung nahezu unabhängig vom Strom (ca. 1,5 bis 2 Volt). Daher muß eine Leuchtdiode, bzw. ein Optokoppler immer durch einen Vorwiderstand gespeist werden. Die Sperrspannung einer Leuchtdiode beträgt nur wenige Volt, beim Überschreiten wird die Diode zerstört. Daher schaltet man eine entgegengesetzt gepolte normale Diode zum Schutz parallel. Schließlich kann man aus dem Vorwiderstand durch Zuschalten eines Kondensators einen einfachen Tiefpaß zur Unterdrückung von Hochfrequenz- und kurzen Impuls- Störungen herstellen. Durch Aufteilen des Widerstandes wird die Effizienz des Filters etwas verbessert.

 

Logikschaltungen als Sensorverstärker

Speziell die Bausteine der Standard- CMOS Logikfamilie eignen sich sehr gut als komparator-ähnliche Koppelglieder zwischen analogen Sensoren und binärer Signal-Weiterverarbeitung. Ein weiterer Vorteil ist die unmittelbare Möglichkeit zu logischen Verknüpfungen mehrer Sensoren und die Möglichkeit, "halbdigitale" Signalverarbeitung wie Impulsformer, Flipflops und Zählerbausteine einzubeziehen.

Der Umschaltpunkt von NAND- und NOR- Gates liegt etwa bei der Hälfte der Betriebsspannung, ist allerdings etwas temperaturabhängig und von Hersteller zu Hersteller leicht unterschiedlich. Der Eingangswiderstand ist "praktisch gesehen" unendlich hoch, das heißt die Sensorschaltung wird nicht durch einen Eingangswiderstand - wie etwa beim Transistor-Inverter - belastet. Eine besonders saubere Impulsformung, allerdings mit Hysterese, erhält man mit Schmitt-Trigger NAND Bausteinen CD4093. Durch Zusammenfassung beider Eingänge wirkt das Gate als Inverter.

 

Transformator, Wechselspannungs-Übertrager

Mit Hilfe von Transformatoren kann man hohe Wechselspannungen in niedrigere Spannungen transformieren und umgekehrt. Ein einfacher Transformator besteht aus 2 Spulen auf einem gemeinsamen ringförmigen Eisenkern. Fließt ein Wechselstrom durch die Primärspule, so wird im Eisenkern ein magnetischer Fluß induziert, dieser wiederum induziert eine Wechselspannung in der Sekundärspule. Die Spannungen verhalten sich wie die Windungszahlen beider Spulen.

Im Gegensatz zu aktiven Verstärkern sind Transformatoren / Übertrager passive Bauteile. Die Ausgangsleistung (das Produkt aus Strom und Spannung) an derSekundärspule ist gleich der Eingangsleistung an der Primärspule - abgesehen von Verlusten, die je nach Trafogröße etwa 10 - 20 % betragen. Neben einer Spannungstransformation führt ein Transformator also auch eine Stromtransformation bzw. Transformation von Widerstandswerten durch. In dem Sinne kann er zur Anpassung von Sensoren mit Wechselspannungsausgang verwendet werden.

 

Weiterverarbeitung der elektrischen Ausgangssignale eines Sensors / Sensorverstärkers

  • analoge Signale
    Die meisten einfachen Sensor-Grundschaltungen bzw. Sensor-Interfaces liefern primär eine analoge Ausgangsspannung. Allerdings lassen sich analoge Spannungen nicht störungsfrei über mehr als wenige Meter übertragen. Wesentlich störunempfindlicher ist die analoge Übertragung einer dem Sensorsignal proportionalen Stromstärke. Die Übertragung analoger Signale quer durch Fabrikhallen mit sog. "20mA- Stromschnittstellen" war Stand der industriellen Technik in den 50er bis 80er Jahren.
    Um Signalverfälschungen durch Umgebungseinflüsse zu vermeiden, wandelt man heute analoge Signale zur Übertragung über längere Distanzen und zur Weiterverarbeitung um in digital codierte Signale. Dies geschieht nach dem derzeitigen Stand der Technik mittels A/D-Wandlern. Die technische Weiterentwicklung wird jedoch Sensoren mit direkten digital codierten Ausgängen als Standard etablieren.

  • A/D Wandler
    überführen analoge Signale in digital codierte Signale.
    wichtige Merkmale von A/D-Wandlern:
    • - Auflösung (8,10,12 oder mehr Bit). 8 Bit für qualitiative Messungen, entspricht 1/2 % Genauigkeit. 12 Bit sind Industriestandard, das entspricht 1/4 Promille Genauigkeit. Diese Genauigkeit wird nicht immer voll ausgenutzt, vielmehr bietet sie Spielraum für softwareseitiges "Zoomen" der Ausgangsdaten und somit zur Einsparung von Justagen am Sensor selber. Mehr Bit nur mit Spezialkenntnissen sinnvoll handhabbar.
      - Sampling Rate
      - Anzahl der Eingangskanäle (Multiplexer)
    • paralleles oder serielles Interface ?
      - beim parallelen Interface hat der A/D Wandler für jedes Bit eine eigene Ausgangsleitung. D.h. aufwendige Schaltung, aber hohe Sampling-Rate. Anwendung bei Video-Digitizern
      - beim seriellen Interface werden alle Bits in einem vorgegebenen Takt nacheinander über eine einzige Leitung ausgegeben. Vorzugsweise Anwendung bei Sampling-Raten unter 10.000/Sekunde. Einschließlich Steuerleitungen und Betriebsspannung sind etwa 5 Leitungen zum A/D Wandler notwendig. Daher kann der Wandler auch mit geringem Aufwand galvanisch von der übrigen Schaltung entkoppelt werden (Optokoppler), was seine Störfestigkeit erhöht und manche exotische Anwendung erst ermöglicht.
    • ratiometrischer oder absoluter A/D Wandler ?
      Jeder A/D Wandler braucht eine Referenzspannung, auf die er seine Digitalcodes bezieht. Bei ratiometrischer Referenz wird die Versorgungsspannung als Referenz genutzt. So werden bei Spannungsteilern und Brückenschaltungen automatisch Veränderungen der Versorgungsspannung korrigiert, zudem wird die Referenzspannungsquelle eingespart.
      Zur Auswertung aktiver Sensoren benötigt man hingegen eine stabile absolute Referenzspannung.

  • binär-digitale Signale
    Sonderfall analoger Signale, bei denen aber nur die beiden Extremzustände "High" und "Low" zur Auswertung gelangen. Bei nicht exakt definierten Spannungen im Zwischenbereich kann es zu Fehlinterpretationen kommen. Binär-digitale Signale können mit sehr einfachen Anpaßschaltungen direkt von Computern eingelesen werden (z.B. an der Drucker- Schnittstelle eines IBM-kompatiblen PC neuerer Bauart). Binär-digitale Signale eignen sich gut als Übertragungsmedium für frequenzcodierte Sensordaten.

  • digital codierte Signale
    Binär-digitale Signale, bei denen durch die spezielle zeitliche Abfolge von "High"- und "Low"-Pegeln komplexe Information übertragen wird. Der semantische Schlüssel zur Decodierung dieser Informationen ist im "Übertragungsprotokoll" festgelegt. Es gibt eine Unzahl von Übertragungsprotokollen, von denen sich aber eine Handvoll als Standard etabliert hat. Eines davon ist z.B. das MIDI-Protokoll. Andere bekannte Protokolle sind RS-232, RS-422, RS-485, CAN-Bus, Ethernet.

 

Spezial-Interfaces

Hochfrequenz-Oszillator:

Verstimmung durch induktiven, kapazitiven oder engergieabsorbierenden Fremdeinfluß.
Der Hf-Oszillator stellt keinen eigenständigen Sensortyp dar, sondern eine elegante Methode, um geringe Induktivitäts und Kapazitätsänderungen in Frequenzänderungen zu transformieren und auf diese Art präzise auszuwerten.
Aktuelles Beispiel: Theremin Ätherwellenklavier. Es besteht aus zwei Hf-Oszillatoren, von denen einer durch Annäherung des Musizierenden kapazitiv in seiner Frequenz verstimmt wird. Der andere Oszillator schwingt mit konstanter Frequenz. Beide Frequenzen werden in einer Mischstufe überlagert, dabei entsteht u.a. die Summen- und die Differenzfrequenz beider Oszillatoren. Die Hf-Anteile werden weggefiltert, und beide Oszillatoren werden so justiert, daß die Differenzfrequenz eine musikalische Tonhöhe annimmt. Durch gestische Bewegung vor dem einen Oszillator können Melodien erzeugt werden

Bei industriellen Sensoren wird dagegen die Variation des Betriebsstroms des Oszillators oder seiner Schwingungsamplitude gemessen, die eintritt, wenn die Kapazität des Schwingkreises verändert wird oder wenn in der Nähe befindliche Metallteile dem Schwingkreis induktive Energie entziehen. Allerdings entsprechen diese Sensortypen den Denkansätzen des "vordigitalen Zeitalters". Die Einspeisung ihrer Ausgangssignale in digitale Rechner erfordert einen relativ hohen Aufwand. Durch ihre langjährige Industriepraxis weisen solche Sensoren hohe Zuverlässigkeit auf, werden aber früher oder später durch Sensoren ersetzt, die einem digitalen Paradigma entsprechen.

 

Frequenzmessung als Verfahren zur Sensorankopplung

Frequenzmessung nimmt eine Sonderstellung zwischen analogen und digitalen Meßverfahren ein. Unter der Frequenz einer Schwingung versteht man die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde. Dem Wesen nach ist die Frequenz eine analoge Größe. Da jeder Computer bzw. Mikrocontroller aber einen recht genauen und stabilen internen Taktgenerator enthält, können Frequenzen von Digitalimpulsen ohne aufwendige Umwandlungselektronik direkt vom Computer mit großer Genauigkeit in Zahlenwerte umgewandelt werden. Eine Softwareschleife in Verbindung mit einem stabilen Taktgenerator ist also ein spezieller Typ von A/D-Wandler.

Daher gibt es als Alternative zu analogen Sensoren mit Spannungs- oder Stromausgang zunehmend einfache und preiswerte Sensoren mit Frequenzausgang auf dem Markt.

Leider gibt es keine Normierung für frequenzbasierte Dateninterfaces von Sensoren. Wenn man die Möglichkeit hat, Mikrocontroller auf Maschinenebene oder PCs auf Treiberebene zu programmieren, hat man genügend Freiraum, um eine spezifische Anpassung vorzunehmen. Auf Anwenderebene programmierbare Sensoranpassungen weisen oft eine recht geringe Flexibilität auf.

Ein sehr gelungenes programmierbares Frequenz-Interface hat der Lichtsensor TLC320A von Texas Instruments.

Zeitmessung als Sensorverfahren:

Laufzeitmessung: Ultraschall, Radar, GPS (Global Positioning System)
eigentlich paradox: ausgerechnet Zeitmessungen werden als wichtigstes Mittel zur genauen Ortsbestimmung eingesetzt. Der Effekt beruht auf der endlichen Ausbreitungsgeschwindigkeit von elektromagnetischen- und Schallwellen im Raum. Entweder wird die Zeitspanne bis zum Eintreffen eines "Echos" abgewartet (Radar, Ultraschall-Abstandssensor) oder es werden von mehreren im Raum verteilten Sensoren die unterschiedlichen Laufzeiten bis zum Eintreffen eines Schallsignals ausgewertet (Ultraschall-Triangulation) oder es werden die Laufzeitdifferenzen beim Eintreffen der Signale von unterschiedlich positionierten, untereinander synchronisierten Sendern ausgewertet (GPS, Satelliten-Navigation)

 

Digitale Sensoren: Codierscheiben

Bei einigen Waagen-Typen wird eine mit einem ausgeklügelten Lochraster versehene Scheibe durch das zu wägende Gewicht zwischen einer Gruppe von Lichtschranken verdreht. Mechanische Bewegung wird direkt in digitale Informationscodes verwandelt. Ein Schritt der Analog/Digitalwandlung entfällt.
Ähnlich funktionieren inkrementale Winkelcodierer: eine flügelrad-förmige Scheibe dreht sich in einer Lichtschranke. Aus der winkelproportionalen Unterbrechung des Lichtstrahls werden binär-digitale Impulse hergeleitet. Durch passende mechanische Anordnung zweier Lichtschranken kann hieraus sogar die Drehrichtung ohne Zeitverzögerung ermittelt werden (sog. Zwei-Phasen-Takt). Dieses Verfahren wird in jeder Computer-Maus angewandt. Nachteilig ist hierbei, daß keine absolute Sensorinformation erhalten wird, sondern stets nur die Veränderung gegenüber einem vorherigen Zustand. Viele inkrementale Winkelcodierer geben deshalb einen zusätzlichen Indeximpuls pro voller Umdrehung ab.

 

Digitale Bildanalyse:

Darstellung des Bildes einer Videokamera als Bitmap im Rechner. Auswertung der Bitmap mit mathematischen Algorithmen. Dieser Ansatz ist besonders attraktiv im Multimedia-Kontext, weil die notwendige Hardware hier zur Standardausrüstung zählt; d.h. die für Gestalter normalerweise schwierig zu bewältigenden Hardware-Probleme entfallen weitgehend. Besonders naheliegend ist die Realisierung zweidimensionaler Bewegungs- oder Näherungssensoren mit Hilfe einer softwaretechnisch ausgewerteten Videokamera. Der Unterschied einer als Sensor genutzten Videokamera gegenüber den anderen hier beschriebenen Sensortypen besteht darin, daß sowohl die Videokamera als auch der Video-TV Digitizer massenhaft hergestellte Universal-Konsumprodukte sind, deren hochqualifizierte Sensoreigenschaften quasi erst durch ihren spezifischen Einsatz entstehen. Die zukünftige Entwicklung wird wahrscheinlich vermehrt solche Sensortypen hervorbringen.

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