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Kunst und Technik
(eine gespannte doch manchmal glückliche Beziehung)
Das Fachgebiet der Sensoren - und komplementär damit zusammenhängend - der Aktuatoren (engl. "actuators"- in der deutschen Literatur häufig als "Aktoren" bezeichnet), wird meistens mit industrieller Prozesstechnik, Messlabors oder Forschung assoziiert. Häufig werden Sensoren und Aktoren aber auch im gestalterischen Bereich eingesetzt - oder könnten hier sinnvoll eingesetzt werden. Hier stehen kreativer Ansatz und künstlerische Ausbildung tendenziell im Konflikt mit technischer Sprache und Herangehensweise. Das Dilemma ist tatsächlich noch verwickelter: Gestalterische
Wirkung basiert häufig auf Überraschung, Unvorhergesehenem,
Bruch mit Gewohnheiten.
Emotionale Werte lassen sich eher qualitativ als quantitativ beschreiben. Ihre Masseinheiten sind z.B. "viel", "intensiv", "frustrierend","subtil" statt "Meter", "Grad" oder "Kilogramm". Statt Kommastellen-Präzision entscheidet die ästhetische Stimmigkeit. Daher werden hier an die technischen Messeinrichtungen im allgemeinen keine extremen Genauigkeits- Anforderungen zu stellen sein. Quantitative Genauigkeit ist allerdings dort erforderlich, wo der künstlerische Aha-Effekt erst entsteht durch das präzise Funktionieren einer Apparatur. Dies wird z.B. meistens der Fall sein, wenn Bild- oder Tonfolgen in ihrem kontinierlichen Ablauf durch die Bewegung einer Person im Raum gesteuert werden sollen. Theoretisch wäre es denkbar, eine Naturwissenschaft und Technologie
auf der Basis künstlerischer und ästhetischer Paradigmen zu
entwickeln. Praktisch ist dies allerdings trotz verschiedener Denkansätze
und Versuche noch nie gelungen. Daher wird auch im künstlerischen
und gestalterischen Bereich auf der Basis vorhandener industrieller
und physikalisch/chemischer Techniken gearbeitet.
In ihrer technischen Struktur sind Medien- Installationen und Ausstellungs- Objekte häufig
Um das Verhalten eines Automaten gegenüber seiner Umgebung zu verstehen, sind folgende Begriffe zu unterscheiden:
"Messen" heisst
Regelungsvorgänge sind in vielen elektronischen Komponenten mehr oder weniger unsichtbar enthalten, und zwar unter dem Begriff "Gegenkopplung" Ein genau definierter Anteil des Ausgangssignals wird zum Eingang zurückgeführt und dort mit dem Eingangssignal verglichen. Die Elektronik stellt das Ausgangssignal so ein, dass der rückgeführte Anteil gleich dem Eingangssignal ist. Bei einem HiFi-Verstärker z.B. werden die Nichtlinearitäten der einzelnen Transistoren durch Gegenkopplung weitgehend kompensiert. Obwohl eine HiFi-Anlage vom Anwendungsziel her eine Steuerung ist (die Lautsprechermembran soll exakt entsprechend der Musik-Konserve ausgelenkt werden), stellt sie in ihrer technischen Realisierung ein Regelsystem dar. Jeder analoge Sensor-Messverstärker ist intern gegengekoppelt.
Warum macht es Sinn, nichtelektrische Grössen elektrisch / elektronisch zu messen, steuern, regeln? In keiner anderen Erscheinungsform kann Information
Verglichen mit anderen Informations- Medien benötigt elektronische Informations- Verarbeitung nur sehr geringen Energieaufwand, so dass der Vorgang der Informations- Verarbeitung als annähernd energielos - immateriell - betrachtet werden kann. In dem Sinne kann man auch von elektronischen "Signalen" sprechen. Die Computertechik ermöglicht die abstakt- logische Weiterverarbeitung von Signalen. Somit wird direkte Wechselwirkung zwischen physikalisch- chemischen Ereignissen und komplexen, nichtlinearen Denkprozessen erstmals automatisierbar. Aus Kunst- Perspektive kann dies als Befreiung der Technik von sich selbst aufgegriffen werden, vorausgesetzt man beherrscht die Technik.
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