|
Elektronik-Grundlagen
(Crashkurs Teil 1)
Strom, Spannung Operationsverstärker Grundschaltungen zur Sensor-Anpassung Elektrische Spannung, elektrischer Stromprimäre elektrische Größen sind Spannung und Strom. Die Spannung ist die Ursache des StromflussesWasserleitung als Analogiemodell zum Stromkreis: Der Wasserdruck entspricht der elektrischen Spannung. Lange und dünne Rohre stellen dem Wasserstrom einen höheren Widerstand entgegen. Im elektrischen Stromkreis findet man anstelle von Rohren z.B. Drähte, leitende Schichten und Halbleiter als Widerstände. Ohm'sches Gesetz: U=R*I Gleichspannung, Gleichstrom: Beispiel Taschenlampenbatterie.
Wie aus einem Bierfaß mit Kohlensäuredruck fließt der
Strom immer in eine Richtung (von PLUS nach MINUS) bis die Batterie
/ das Faß leer ist. Wechselspannung,Wechselstrom: Der Wechselstrom fließt
mit einer gewissen Frequenz "vorwärts" und "rückwärts",
häufig sinusförmige Veränderung von Strom und Spannung
mit der Zeit. Beispiel: 230-Volt Netzspannung. Impuls, Puls: Wechselspannung oder Überlagerung von Gleich- und Wechselspannung mit stark nichtsinusförmigem Verlauf. Die exakte Definition versteht unter "Impuls" ein einzelnes, singuläres Ereignis - etwa einen Stromstoß - und unter "Puls" eine periodische Wiederholung von Impulsen. Die Alltags-Sprache verwendet für beide Spannungstypen das Wort "Impuls" digitaler Impuls: Impuls, dessen Spannung in ihrem zeitlichen
Verlauf nur zwei Werte annehmen kann: digitale Datenübertragung: die Informationen sind durch die zeitliche Abfolge "0" und "1" der Digitalimpulse eindeutig codiert ("Pulscodemodulation"). Bei einer "parallelen" Datenübertragung müssen die Impule auf mehreren Datenleitungen gleichzeitig ausgewertet werden. Bei einer "seriellen" Datenübertragung hingegen werden nach einem "Übertragungsprotokoll" formatierte Impulse zeitlich nacheinander auf einer Leitung übertragen. Bei einer "synchronen" seriellen Übertragung wird die Übertragung auf der "Datenleitung" begleitet von Synchronimpulsen auf einer zusätzlichen "Clockleitung". Bei einer "asynchronen" Übertragung hingegen sind die Impulse so formatiert, daß sie vom Empfänger ohne Synchronimpulse decodiert werden können, d.h. die Synchoniser- Information ist implizit im Formatierungsschema enthalten.
Die wichtigsten elektronischen BauteileWiderstand ("Ohm'scher Widerstand")
Ein Widerstand stellt anschaulich formuliert einen Engpaß
oder Flaschenhals für den Stromfluß dar. U = R * I (Spannung = Widerstand x Strom) Die Einheit des Widerstandes ist 1 Ohm = 1V / 1A. Kondensator
Ein Kondensator ist anschaulich formuliert ein kleiner Speicher für elektrische Ladungen. Im Wasserleitungsmodell würde er einem Eimer entsprechen: Der Strom durch ein dünnes Rohr (Widerstand) muß eine zeitlang fließen, um den Eimer zu füllen. Umgekehrt kann sich der Eimer nur langsam durch ein kleines Loch (Entladewiderstand) entleeren. Ist der Widerstand sehr klein, entlädt sich der Kondensator dagegen schlagartig (Analogie: Eimer auskippen). Im Gegensatz zur Batterie oder zum Kraftwerk erzeugt ein Kondensator jedoch keinen elektrischen Strom durch chemische Umwandlung oder eine Dynamomaschine. In der Wasserleitungs-Analogie verfügt das Wasserwerk über eine Pumpe, der Eimer nicht. Die im Kondensator gespeicherte Elektrizitätsmenge ist zudem um viele Größenordnungen kleiner als die einer Batterie entnehmbare Elektrizitätsmenge dU/dt = I/C oder I = C * dU/dt Den Proportionalitätsfaktor C nennt man "Kapazität" des
Kondensators. Die Einheit der Kapazität ist "Farad". Die praktisch
eingesetzten Kondensatoren sind viel kleiner als ein Farad: Das Schaltzeichen des Kondensators symbolisiert eine elementare Realisierungsform: den Plattenkondensator. Zwischen 2 Metallplatten befindet sich eine isolierende Schicht, das "Dielektrikum". In den heute üblichen Realisierungsformen von Kondensatoren besteht das Dielektrikum entweder aus hauchdünnen Kunststoff- Folien mit aufgedampften Metallschichten ("Mylar") oder aus mikroskopisch dünnen Karamikplättchen mit aufgedampften Metallschichten. Der Kondensator insgesamt besteht aus einem kompakten Stapel vieler solcher Teilkondensatoren. Andere Realisierungsformen - speziell für hohe Spannung - bestehen aus einer aufgerollten Mylarfolie, die in Kunstharz eingegossen ist. Die Aufladung und Entladung eines Kondensators über einen Widerstand erfolgt in Form einer Exponentialfunktion: Als Faustformel kann man sich merken: Ein Kondensator von 1 Mikrofarad braucht 1 Sekunde, um sich über einen Widerstand von 1 Megohm ungefähr zu 63% aufzuladen oder zu entladen. Die vollständige Aufladung oder Entladung (Abweichung kleiner als 1% vom Endwert) braucht die 5-fache Zeit. Durch Dreisatz-Rechnung kann man sich leicht die Zeitkonstanten für andere RC-Kombinationen ausrechnen, bzw. welche Bauteile man benötigt, um eine bestimmte Ladezeit zu erreichen. Speist man obige Ladeschaltung mit einer Wechselspannung (oder einer Überlagerung von Gleich-und Wechselspannung wie in derZeichnung), so erhält man eine Filterschaltung: Eine solche Filterschaltung nennt man Tiefpaß: sie läßt die Spannungsanteile mit tieferen Komponenten hindurch (hier den 50% Gleichspannungsanteil und siebt die höheren Frequenzen aus. Etwas uminterpretierend kann man sagen: ein Kondensator stellt für Ströme mit niedriger Frequenz, insbesondere für Gleichstrom einen sehr hohen Widerstand dar, für Ströme mit sehr hoher Frequenz dagegen einen Kurzschluß. Durch geringfügige Modifikation der Schaltung bekommt man das umgekehrte Verhalten, einen Hochpaß: Es werden vorzugsweise die höheren Frequenzen hindurchgelassen, Gleichspannungen und die tieferen Frequenzen dagegen weggefiltert. Der Elektrolytkondensator
(auch "Elko" genannt) ist ein Kondensatortyp mit sehr hoher Kapazität
bei recht kompaktem Volumen. Als Nachteil steht dem gegenüber
ein relativ hoher Leckstrom, d.h. man kann sich einen Widerstand
dem Kondensator parallel geschaltet denken, durch den sich der Kondensator
permanent entlädt. Ferner haben Elektrolytkondensatoren eine vorgegebene
Polung: der auf dem Kondensator gekennzeichneten Anschluß muß
im zeitlichen Mittel gegenüber dem anderen Pol positiv geladen
sein, sonst zersetzt sich das Innere des Kondensators, der Leckstrom
steigt an, der Kondensator wird heiß und platzt schließlich,
eine leicht ätzende Flüssigkeit verspritzt über die anderen
Schaltungskomponenten. Induktivität (Spule) Die Induktivität (ihre praktische Ausführung ist eine "Spule")
hat genau die entgegengesetzte Wirkung eines Kondensators: Wird an
ihr eine Spannung angelegt, so beginnt der Strom erst langsam zu fließen.
dI/dt = U/L oder U= L * dI/dt Den Proportionaliätsfaktor L nennt man "Selbstinduktivität"
der Spule. Die Einheit der Selbstinduktivität ist "Henry".
Im Laufe der Zeit wird bei konstanter Spannung U der Gleichstrom entsprechend
obiger Formel immer stärker und kann die Spulenwicklung zerstören,
wenn er nicht durch einen äußeren Widerstand (oder den Ohm'schen
Widerstand der Spulenwicklung) begrenzt wird. Im Prinzip kann man mit Induktivitäten ähnliche Filterfunktionen
aufbauen, wie mit Kondensatoren. Da Spulen aber größer und
teurer sind, werden sie nur selten verwendet.
Die Kombination einer Spule mit einem Kondensator ergibt einen Schwingkreis.
Diode Eine Diode ist ein Ventil für elektrische Ströme.
Sie sperrt, wenn eine positive Spannung am Strich des
Diodensymbols (bzw. an der Seite der realen Diode, wo ein Strich aufgedruckt
ist) angelegt wird. Bei umgekehrter Polarität leitet die Diode.
In Sperrichtung ist der Stromfluß praktisch = 0. Dabei
darf die anliegende Spannung einen bestimmten Maximalwert nicht überschreiten.
Je nach Diodentyp beträgt die maximale Sperrspannung etwa 50 bis
1000 Volt. Eine Diode in Kombination mit einem großen Kondensator ergibt
eine Siebschaltung: Wenn die Versorgungsspannung höher wird als die momentane Spannung
am Kondensator, dann schaltet die Diode in Leitrichtung und lädt
den Kondensator auf. Wenn die Versorgungsspannung wieder unter den Wert
der Spannung am Kondensator sinkt, dann sperrt die Diode und verhindert,
daß die Ladung im Kondensator zurück in die Versorgungsquelle
fließt. Stattdessen entlädt sich der Kondensator über
den angeschlossenen Verbraucher (hier ein simpler Widerstand).
Derartige Siebschaltungen sind in Netzteilen vorhanden, sie verwandeln
die Wechselspannung, die mit einem Transformator="Trafo"
von 230 Volt auf den gewünschten Wert "transformiert" wird, in
eine technisch verwertbare "gesiebte" Gleichspannung.
Transistor Der Transistor ist das elementare Verstärkerbauteil für
elektrische Ströme. Jeder Transistor hat 3 Anschlüsse: Emitter,Basis
und Kollektor.
Die wichtigste Eigenschaft des Transistors ist seine Stromverstärkung
B:
Neben den "bipolaren" npn und pnp-Transistoren gibt es noch die Bauart
der Feldeffekt-Transisioren (FET und MOSFET),aus denen die meisten integrierten
Schaltungen und Computerchips aufgebaut sind. Als einzelne Bauelemente
sind sie jedoch weniger verbreitet und werden daher an dieser Stelle
nicht weiter betrachtet.
* Informationsstand Okt '99. Alle Angaben nach bestem Wissen. * Der Autor übernimmt keine Haftung für Richtigkeit der Angaben und deren Eignung für einen bestimmten Zweck. * Im Text zitierte Warenzeichen und Produktnamen sind Eigentum ihrer Eigentümer.
|