Operationsverstärker
Logikschaltungen
Grundschaltungen für Sensor-Interfaces
Mikrocontroller
Operationsverstärker ("Opamp")
Ein Operationsverstärker ist ein komplexer mehrstufiger
analoger Transistorverstärker mit standardisierten Eigenschaften,
im Handel erhältlich als integrierte Schaltung.
Jeder Operationsverstärker hat einen nicht invertierenden
Eingang (Plus-Symbol), einen invertierenden Eingang (Minus-Symbol)
und einen Ausgang. Mit einfachen Schaltungstechniken lassen
sich hieraus hochwertige analoge Spezialverstärker herstellen,
ohne daß man die Innenschaltung des Operationsverstärkers
kennen muß.
Ein gewisser Nachteil vieler Operationsverstärker-Typen
besteht darin, daß die Ausgangs- Spannung sich nicht bis
zur vollen Betriebsspannung aussteuern läßt, teilweise
nur bis 2 Volt darunter. Solche Verstärker lassen sich
nur schlecht zusammen mit Mikrocontrollern und A/D Wandlern
an einer gemeinsamen Betriebsspannung von 5 Volt betreiben (die
für viele Digitalschaltungen vorgeschrieben ist). Für
einfache Anwendungen wählt man Operationsverstärker
mit "rail-to-rail" Ausgang (preiswerter Typ LM358 oder LM324)
und nimmt in Kauf, daß Werte nahe 0 Volt und nahe der
Betriebsspannung nicht präzise verstärkt werden können.
Für präzise Meß-Schaltungen mit Operationsverstärkern
muß man häufig eine zusätzliche höhere
Betriebsspannung vorsehen und oft sogar eine dritte negative
Betriebsspannung. Dann wiederum muß man darauf achten,
daß die erhöhte Ausgangsspannung des Operationsverstärkers
keinen Schaden am A/D Wandler anrichtet.
Für "schnelle" praktische Lösungen kommt man meistens
am besten zum Ziel, wenn man akzeptiert, daß Sensoren
und Verstärker nicht über den vollen Bereich der Betriebsspannung
ausgenutzt werden können. In vielen Fällen schafft
man sich einen künstlichen Nullpunkt mit Hilfe einer Referenzspannung
Schaltungstechnik von Operationsverstärkern:
Zunächst muß natürlich die positive und negative
Betriebsspannung angeschlossen werden.
- In vielen Fällen reicht es, als negative Betriebsspannung
die "Masse" zu nehmen ("single supply"). Dann muß eine
Hilfsspannung erzeugt werden (meistens die Hälfte der
Betriebsspannung, Spannungsteiler), die den "Arbeitspunkt"
der Schaltung festlegt.
- Für Präzisions-Anwendungen benutzt man eine zusätzliche
negative Betriebsspannung ("dual supply"). "Masse" definiert
dann üblicherweise den "Arbeitspunkt" der Schaltung.
Der Verstärker ist somit im Gleichgewicht bei der Eingangsspannung
0.
Dann muß eine geeignete Schaltung für die Signaleingänge
und den Ausgang aufgebaut werden. Grundsätzlich befindet
sich der Opamp im Gleichgewicht, wenn die Spannungsdifferenz zwischen
invertierendem und nicht invertierendem Eingang gleich 0 ist.
Indem die Ausgangsspannung auf verschiedene Art auf die Eingänge
zurückgekoppelt wird , kann man sehr unterschiedliche Eigenschaften
des Gesamt- Verstärkers erzeugen:
Komparator
Der Komparator ist in gewissem Sinne die "rohe"
Grundschaltung des Operationsverstärkers ohne zusätzliche
Schaltelemente :
- Wenn die Spannung am nicht invertierenden Eingang positiver
ist als am invertierenden Eingang, so geht die Ausgangsspannung
so nahe wie möglich an die positive Betriebsspannung.
- Wenn die Spannung am nicht invertierenden Eingang negativer
ist als am invertierenden Eingang, so geht die Ausgangsspannung
so nahe wie möglich an die negative Betriebsspannung
(d.h. gegen Masse bei "single supply").
Etwas technischer betrachtet ist der Komparator ein nicht gegengekoppelter
Verstärker mit sehr hohem Verstärkungsfaktor, der in
seinen beiden stabilen Zuständen übersteuert ist. In
einem kleinen Zwischenbereich (Spannungsdifferenz an den Eingängen
etwa unter 1 bis 5 Millivolt) arbeitet der Komparator-Verstärker
"linear", praktisch gesehen nimmt die Ausgangsspannung einen nicht
definierten Zwischenwert an. Dies kann vor allem dann stören,
wenn das Ausgangssignal auf einen Frequenz- oder Ereigniszähler
geleitet wird, weil dann Rauschsignale als Ereignisse gewertet
werden. Um dies zu vermeiden, muß man zusätzlich einen
Impulsformer ("Schmitt-Trigger") einsetzen.
Obwohl der Komparator eine Grundschaltung des Operationsverstärkers
ist, setzt man in der Praxis hierfür optimierte Schaltungen
ein, speziell wenn man eine sehr kurze Reaktionszeit (unter einer
Millisekunde) erreichen will.
Elektrometer-Verstärker

Der Elektrometer-Verstärker zeichnet sich aus durch seinen
hohen Eingangswiderstand. Das Ausgangssignal ist nicht gegenüber
dem Eingangssignal invertiert. Bei "dual supply" ist üblicherweise
Masse die Referenzspannung. Bei "single supply" ist es oft nicht
einfach, eine saubere Kombination von Arbeitspunkteinstellung
und Verstärkungseinstellung herzustellen, weil beides miteinander
verknüpft ist. Daher empfiehlt es sich häufig, mit
einem zweiten Operationsverstärker eine
künstliche Referenzspannung zu erzeugen.
Spannungsfolger

Der Spannungsfolger ist ein Sonderfall des Elektrometer-Verstärkers
mit Verstärkung 1. Er wird benutzt zur Entkoppelung von
Schaltungs-Stufen. In vielen Fällen kann man einen Spannungsfolger
ersetzen durch die einfachere
Emitterfolger- Schaltung. Umgekehrt kann man den Spannungsfolger
bezeichen als "Präzisions- Emitterfolger".
Erzeugung einer Spannungsreferenz mit Spannungsfolger
Für die meisten der hier dargestellten Opamp- Schaltungen
ist eine Spannungsreferenz erforderlich. Wenn sowohl eine positive
als auch eine negative Betriebsspannug zur Verfügung steht,
legt man den Referenzeingang üblicherweise auf Masse =
0 Volt.
In einfachen Schaltungen versucht man die negative Betriebsspannung
zu vermeiden ("single supply") und muß dann eine künstliche
Referenz erzeugen. In der Beispielschaltung wird die Referenz
auf die Hälfte der Betriebsspannung eingestellt. Es wird
angenommen, daß die Betriebsspannung gut stabilisiert
ist und lediglich durch kurze Störimpulse "verseucht" ist,
die durch den Kondensator abgeleitet werden. Bei unstabilisierter
Betriebsspannung muß man die Referenz mit einem kleinen
Spannungsregler-IC oder - bei höheren Anforderungen- mit
einer speziellen Refenzspannungs- Quelle stabilisieren. In vielen
Fällen kann man die Referenzspannung auch ohne zusätzlichen
Spannungsfolger erzeugen, dazu ist allerdings fortgeschrittenes
Know-How in Schaltungstechnik notwendig.
Summierverstärker

Der Summierverstärker invertiert das Ausgangssignal gegenüber
dem Eingangssignal. Nachteilig ist der geringe Eingangswiderstand,
der etwa gleich R1 ist. Vorteilhaft ist die gegenüber dem
Elektrometerverstärker vereinfachte Einstellung von Arbeitspunkt
und Verstärkung sowie die Möglichkeit, mehrere Spannungen
analog zu addieren. Seinen Ursprung hat der Summierverstärker
in sogenannten "Analogrechnern", auf denen im vor-digitalen
Zeitalter hochdynamische Prozesse simuliert wurden (z.B. Aerodynamik,
Schwingungsanalyse). Ähnliche Schaltungen wurden im vordigitalen
Zeitalter auch in der industriellen Regelungstechik eingesetzt
("Proportionalregler"). Im Medienbereich wird er in analogen
Audio-Mischpulten und in Analog-Synthesizern eingesetzt. In
der Sensorik werden Summierverstärker wegen des niedrigen
Eingangswiderstandes seltener benutzt bzw. in Kombination mit
einem Spannungsfolger.
Integrierverstärker

Ist verwandt mit dem Summierverstärker und hat wie jener
seinen Ursprung in der Analogrechnertechnik und industriellen
Regelungstechnik ("Integralregler"). Die Ausgangsspannung ist
das zeitliche Integral der Eingangsspannung. Daher neigt die
Ausgangsspannung dazu, über längere Zeiträume
gegen die positive oder negative Betriebsspannung zu "driften".
In der Praxis vermeidet man das, indem man ein Mittelding zwischen
Summierverstärker und Integrierverstärker konstruiert.
Eine solche Schaltung kombiniert die Eigenschaften eines Tiefpasses
und eines Verstärkers.
Differenzverstärker, Instrumentenverstärker
Differenzverstärker transformieren die Spannungsdifferenz
zwischen ihren Eingängen in eine proportionale, auf die
Referenz bezogene Ausgangs- Spannung. In der Sensorik werden
sie zur Anpassung von Brückenschaltungen an A/D-Wandler
eingesetzt.