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Sensoren anschliessen (Standardschaltungen, elektromechanische Arbeitstechniken)
In der Regel werden die hier besprochenen Sensoren mit 3 Adern an die Sensorbox angeschlossen.
Sofern nichts anderes erwähnt
wird, beschreiben wir den Anschluss an den Analogeingang #0
das ist insbesondere zu beachten bei den Programmierbeispielen. Die
Übertragung auf andere Eingänge dürfte leicht fallen. Obwohl natürlich die Farbe der Drähte für die Funktion gleichgültig ist, empfehlen wir folgende Zuordnung der Aderfarben:
Vorbereitung von abgeschirmter Leitung zum Anschliessen:
Anschluss der Sensorleitung an einen grünen Patchbay-Stecker: Die Stecker haben sogenannte Fahrstuhlklemmen. Es wird ein (schwer im Baumarkt erhältlicher) Schraubendreher mit 2,5 mm Klinge benötigt. Notfalls das passende Teil aus einem Satz Uhrmacher-Schraubendreher verwenden. Das Kabel wird nicht wie bei Lüsterklemmen direkt mit der Schraube festgeklemmt, sondern beim Drehen der Schraube hebt sich ein Gegenstück von unten und quetscht das Kabel gegen den oberen feststehenden Anschluss. Mit dieser Technik können auch dünne Drähte sehr zuverlässig angeklemmt werden. Bei gebrauchten Klemmen kann man irrtümlich leicht den Draht unter den "Fahrstuhl" stecken, daher muss man zuerst das bewegliche Teil der Klemme wieder nach unten schrauben!
Alle 3 Adern etwa 3-4 mm abisolieren und die Litzendrähte jeder
Ader miteinander verdrillen. Nicht verzinnen! Einen Draht nach dem anderen
in die Klemme stecken (am besten mit dem mittleren beginnen) und festschrauben.
Isolierung nicht mit einklemmen! Anordnung der 3 Adern siehe Foto. Anschluss der Sensorleitung an einen 25-poligen SubD-Stecker:
Alle 3 Adern etwa 2 mm abisolieren, die Litzendrähte jeder Ader miteinander verdrillen und verzinnen. Die entsprechenden Lötkelche an der Stecker- Rückseite ebenfalls verzinnen. Adern an den entsprechenden Lötkelchen festlöten. Normalerweise reicht das beim Verzinnen aufgebrachte Flussmittel für eine gute Lötstelle, so dass man hier ausnahmsweise mit dem Lötkolben "kleben" darf. Wenn ein Lötversuch nicht auf Anhieb gelingt, dann neu verzinnen oder Lötstelle nach dem "Anheften" des Drahtes unter Zugabe von Lötzinn/Flussmittel nachlöten.
Löten: Bei allen Elektronik- Lötarbeiten darf nur "Elektronik-Lötdraht"
verwendet werden. Lötzinn ist kein Klebstoff ! Eine Lötstelle gewinnt
ihre Haltbarkeit indem das flüssige Lötzinn in die zu verlötenden
Metalle eindiffundiert, d.h. sich atomar verzahnt. Der Lötdraht
enthält in der Mitte ein Flussmittel, das Oxide an den zu lötenden
Teilen beseitigt und die Oberflächenspannung des Lötzinns
vermindert. Für eine solide Lötstelle muss das Zinn an
den zu verlötenden Teilen schmelzen, der Lötkolben dient
dazu, die Teile auf die notwendige Temperatur aufzuheizen. Um einen
schnellen Wärmeübergang zwischen Lötkolben und Lötstelle
herzustellen, muss jedoch bereits zu Beginn des Lötvorgangs zwischen
Lötstelle und Lötkolben eine kleine Brücke aus flüssigem
Lötzinn vorhanden sein. Mit einiger Übung gelingt es, den
Lötdraht gewissermassen in einem Arbeitsgang von der Lötspitze
auf die Lötstelle überfliessen zu lassen. Wichtiger Indikator
für eine genügend hohe Temperatur ist das "Fliessen" des Lötzinns
entlang der zu verlötenden Oberflächen. Von Ausnahmen
abgesehen vertragen die meisten elektronischen Bauteile, dass der Lötkolben
noch bis zu 3 Sekunden nach dem Schmelzen des Lötzinns auf die
Lötstelle gedrückt werden kann. Kugelförmig aussehende
Lötstellen halten nicht.
Anschluss der Sensorleitung an den Sensor:Bei den hier beschriebenen Sensoren mit Spannungsausgang werden standardmässig die 3 Adern direkt an die am Sensor vorhandenen Anschlüsse gelötet (in Einzelfällen auch angeschraubt oder mit Stecker kontaktiert). Um die mechanische Stabilität zu verbessern, kann es ratsam sein, den Sensor auf eine Lochrasterplatte zu setzen und/oder das Sensorkabel z.B. mit Kabelbindern zuzätzlich zu befestigen. Bei den mit einem Widerstand zu einem Spannungsteiler zu kombinierenden Sensortypen baut man am besten Sensor und Widerstand zusammen auf eine kleine Lochrasterplatte Dabei wird die Geometrie der Anordnung sowie die Ausrichtung des Sensors möglichst der jeweiligen Aufgabenstellung angepasst. Ferner sollte man der Gestaltung der Platine an die Befestigungsmöglichkeiten denken. Komplexere Sensortypen mit speziellen Verstärkern benötigen normalerweise eine Leiterplatte zum Aufbau. Dort sollten (mindestens) 3 dokumentierte Pads oder Lötstifte zum Anlöten der Leitungen vorhanden sein. Die Verstärkerelektronik sollte sich möglichst immer in direkter Nähe beim Sensorelement befinden und eine organische Einheit mit ihm bilden. Wir bemühen uns, Platinenlayouts vorzuschlagen, die notfalls 1:1 mit Lochrasterplatten "nachgekupfert" werden könnnen, auch wenn die Platine dadurch etwas größer ausfällt.
Lochrasterplatten Am besten eignen sich Lochrasterplatten mit Bohrlöchern im Raster
2,54 mm, die auf einer Seite um jedes Bohrloch herum einen Ring aus
dünnem Kupfer aufweisen. Platten mit streifenförmigen Kupferbahnen
sind weniger flexibel einsetzbar. Die einfachen Ausführungen aus
hellbraunem Pertinax- Hartpapier sind im allgemeinen ausreichend stabil.
Bei sehr starker mechanischer Belastung kann man die teureren Ausführungen
aus grünlich-grauem glasfaserverstärktem Epoxydharz verwenden.
Zuschneiden kann man Lochrasterplatten mit einer Laubsäge mit Metallsägeblatt. Die Schnittkanten mit einer Feile glätten. Bei den braunen Pertinax-Platten kann man gerade Schnitte kann man auch entlang der Lochreihen mit einem Cutter-Messer anritzen und dann brechen. Man kann die braunen Platten auch mit einem Seitenschneider entlang der Lochreihen aufspalten, dieses Verfahren misslingt jedoch gelegentlich. Beim Einbau von Teilen in die Lochrasterplatte ("Bestücken") beginnt man nach Möglichkeit mit den flachesten Teilen: Drahtbrücken, Dioden, Widerstände, IC-Fassungen, keramische Kondensatoren, Elektrolytkondensatoren und zum Schluss die Steckverbinder und Buchsen. So ist das Risiko am geringsten, dass beim Löten die Teile aus der Platte herausrutschen. Bei Bauteilen mit axialen Drahtenden (Dioden, Widerstände) werden die Drahtenden vor der Montage zum Raster der Platte passend rechtwinklig abgebogen. Dazu gibt es sehr praktische Biegelehren. Nach dem Einsetzen biegt man die Drähte ganz knapp unter der Platte (Lötseite) um ca. 10 Grad seitlich ab. Damit werden die Bauteile gegen Herausfallen gesichert. Bei Bauteilen mit vielen Anschlüssen, wie Buchsen und IC-Fassungen ist es von Vorteil, die Drähte nicht umzubiegen, sondern zuerst 2 diagonal gegenüber liegende Anschlüsse zu löten und dabei das Teil auf die Platine zu drücken. Falls notwendig, Teil nochmal bei geschmolzener Lötstelle ausrichten. Dann ist das Teil optimal fixiert und die anderen Anschlüsse können in beliebiger Reihenfolge gelötet werden. Falls die durch die Lochrasterplatte gesteckten Drahtenden länger als 2-3 mm sind, ist es besser, sie vor dem Löten auf diese Länge zu kürzen. Die Lötkontakte von Potentiometern und Lötösen sind oft grösser als der Lochdurchmesser. Falls möglich, Loch mit einem sehr scharfen 1,2 mm Bohrer von der Lötseite her aufbohren. Oder Loch mit einer Laubsäge mit feinem Metallsägeblatt etwas vergrößern. Oder mit einem spitzen Gegenstand (z.B. ganz dicke Stopfnadel oder Lederahle) aufweiten. Anschlussdrähte werden zuerst 5mm abisoliert, verdrillt, ganz leicht verzinnt (dass die Drähte zusammenhaften, sich aber keine Lötzinnklumpen bilden). So vorbereitet werden sie von der Bestückungsseite durch ein Loch gesteckt und auf der Lötseite verlötet. Dadurch erhält man einen Vernietungseffekt. Einen ähnlichen Effekt erreicht man, wenn man die Drähte auf der Löseite direkt an durchgesteckte Anschlüsse von Bauteilen lötet. Wenn die Drähte nur auf die Kupferaugen gelötet werden, reissen bei Belastung Drähte einschl. Kupferaugen leicht von der Lochrasterplatte ab. Ist späterer Wechsel der Anschlussdrähte (oder anderer während der Anwendung zu modifizierender Bauteile) vorgesehen, so kann man zuerst Lötstifte in die Lochrasterplatte einsetzen und hier die Drähte (bzw. Bauteile) anlöten. Vorsicht: die einfachen braunen Lochrasterplatten brechen sehr leicht beim Einpressen der Lötstifte. Schutzschaltungen:Die Eingänge der Sensorbox sind ausgelegt für Eingangsspannungen von 0 bis 5 Volt. Werden die Sensoren aus der 5 Volt Spannung der Sensorbox / Patchbay gespeist, wird sich ihre Ausgangsspannung normalerweise auch in diesem zulässigen Bereich bewegen und es sind keine weiteren Schutzmassnahmen notwendig. Anders ist die Situation, wenn der Sensor selber Spannung erzeugt (z.B. Solarzelle) oder aus einer externen Spannungversorgung gespeist wird und daher höhere oder negative Ausgangsspannungen abgeben kann. Folgendes Schaltbild zeigt eine recht gute Eingangs-Schutzschaltung:
(Polung der Dioden: der Strich am Diodensymbol entspricht dem auf der Diode aufgedruckten Strich) Wird die Eingangsspannung positiver als (die Betriebsspannung + 0,3Volt), dann schaltet Schottky-Diode D1durch und schliesst den Ausgangsstrom des Sensors kurz zur positiven Betriebsspannung der Sensorbox. Entsprechend macht Schottky-Diode D2 negative Eingangsspannungen unschädlich. Widerstand R begrenzt den Strom, der durch die Dioden fliessen könnte. Wenn der max. zulässige Strom durch die Schottky-Diode 100 mA beträgt und R=1 Kiloohm ist, so könnte der Eingang (theoretisch) eine Überspannung von 100 Volt ohne Schaden überstehen. Allerdings müßte der Widerstand mit 10 Watt belastbar sein, um dieser Überlast längerfristig gewachsen zu sein. Einem 0,5 Watt Standard- Widerstand könnte man langfristig ca. 22 Volt zumuten. Würde man eine Schmelzsicherung in Reihe mit R vorsehen, so bräuchte R den hohen Strom nur für Sekundenbruchteile ertragen und könnte geringer belastbar, d.h. mechanisch kleiner ausgelegt werden. Für kurze Impulsspitzen verbessert C zusätzlich die Schutzwirkung. Eine gute Schutzschaltung ist also recht aufwendig und verschlechtert zudem häufig die Eigenschaften der Schaltung im Normalbetrieb. So würde R = 1 Kiloohm bei der Sensorbox einen Messfehler der Spannung von etwa 0,5 % verursachen. Daher bemüht man sich - wenn möglich - um einfachere, problemangepasste Schutzschaltungen. Hat der Sensor einen hohen "Innenwiderstand", d.h. kann er nur einen begrenzten Strom liefern, kann man auf R verzichten.
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