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Elektret-Mikrofonkapseln
sind preiswert und liefern eine gute Tonqualität. Am besten
brauchbar sind Kapseln mit nierenförmiger Richtcharakteristik
und einem Gummimantel. Den Lastwiderstand RLast
muss man je nach Kapseltyp so optimieren, dass zwischen ihm
und der Mikrofonkapsel etwa eine 1:1 Spannungsteilung stattfindet.
Oft sind Werte um 5 Kiloohm optimal. Das Mikrofonsignal wird
kapazitiv auf einen Operationsverstärker gekoppelt. Auf
der Platine sind max. keramische 3 Koppelkondensatoren vorgesehen,
1 uF sind in dieser Grösse der maximal handelsübliche
Wert. Für normale Mikrofon-Anwendungen reicht jedoch ein
wesentlich kleinerer Kondensator, etwa 100 nF. Die Möglichkeit,
grosse Kondensatoren einzubauen ist vorgesehen für die
Auswertung extrem niedriger Frequenzen.
Der Operationsverstärker LM358 ist zwar nicht für
besonders hochwertige Nf-Anwendungen vorgesehen, kann aber bis
praktisch zwischen 0 und 3 Volt ausgesteuert werden. Er arbeitet
hier als Elektrometerverstärker. Die Einspeisung des invertierenden
Eingangs ist mit einem Elko an Masse gelegt. Mit dieser Schaltungstechnik
entspricht sein Arbeitspunkt, d.h. die Ausgangs- Gleichspannung
bei 0 Volt Nf-Eingangssignal, der Spannung am nicht invertierenden
Eingang. Die untere Grenzfrequenz wird weitgehend vom Elko zwischen
dem 10 Kiloohm Widerstand und Masse bestimmt. Für normale
Nf-Anwendungen reichen 47 uF aus, für extrem niedrige Grenzfrequenzen
kann der Elko bis auf 1000 uF vergrössert werden.
Zur optimalen Anpassung sind zwei Trimmpotentiometer vorgesehen.
Das Poti links im Schaltbild stellt den Arbeitspunkt ein, das
rechte Poti stellt die Verstärkung ein. Sinnvollerweise
stellt man zuerst ohne Tonsignal die Ausgangs- Gleichspannung
des Opamp auf ca. 0,5 Volt ein. Dann stellt man die Verstärkung
so ein, dass bei der am Mikrofon vorgesehenen Anwendungs-Lautstärke
die positiven Halbwellen am Opamp-Ausgang etwa 3 Volt Spitzenwert
erreichen. Dann stellt man nochmal den Arbeitspunkt nach. Mit
dieser Justierung wird absichtlich die negative Halbwelle beschnitten
und der Opamp nur zu positiven Werten ausgesteuert. Das RC-Glied
Rt und Rt stellt einen
Tiefpass (Rauschunterdrückung) dar, der allerdings nur
bei Bedarf einzubauen und entsprechend zu dimensionieren ist.
Während der positiven Halbwellen lädt die Schottky-Diode
BAT41 den 100 nF- Kondendator auf. Sinkt die Ausgangsspannung
am Opamp unter den Spitzenwert, so sperrt die Diode und der
Kondensator entlädt sich nur langsam über den parallel
geschalteten Widerstand Rd. Durch geeignete Wahl des Widerstandes(etwa
1 Megohm) kann die Abklingzeit optimiert werden. Der zweite
Operationsverstärker (LM358 enthält 2 Verstärkersysteme
auf einem Chip) ist normalerweise als Spannungsfolger (R1 fehlt
dann, R2 kurzgeschlossen) geschaltet, er entkoppelt die Ladung
auf dem Kondensator gegen die Belastung durch die angeschlossene
Sensorbox. Die am Spannung am Ausgang der Schaltung pulsiert
im Takt der Lautstärke am Mikrofon, etwa wie die Aussteuerungsanzeige
einer Hifi-Anlage. Durch geeignete Wahl von R1 und R2 (R1
etwa 10 Kiloohm, R2 etwa 10 bis 50 Kiloohm) kann diese Stufe
das Peak- Signal zusätzlich verstärken, was jedoch
bei den meisten Anwendungen nicht notwendig ist.
Induktionsspulen
Um langsame Bewegungen,
langsame Schwingungen oder Annäherungen in analoge Spannungswerte
umzusetzen, kann das Elektretmikrofon durch eine Induktionsspule
ersetzt werden, RLast entfällt dann.
Die Spule wird dann im Feld eines Permanentmagneten bewegt.
Geeignete Spulen kann man erhalten durch Ausschlachten alter
Relais, insbesondere mit 230 Volt Spule. Es vorteilhaft, den
Eisenkern in der Spule zu lassen. Meistens wird es bei diesen
Anwendungen sinnvoll sein, die Kondensatoren des Verstärkers
recht gross zu dimensionieren, Arbeitspunkt und Verstärkung
so einzustellen, dass die Schwingung nicht begrenzt wird. Statt
des Spitzenwertes wird dann die Nf-Spannung direkt auf die Sensorbox
geleitet.
Eine andere Einsatzmöglichkeit von Induktionsspulen besteht
in der Abtastung eines magnetischen Wechselfeldes, z.B. erzeugt
von einem starken Elektromagneten. Dann wird der Verstärker
eher eingestellt wie für das Elektret- Mikrofon.
Anpassung
eines Piezo-Sensors
Diese Schaltung kann
statt der Mikrofonkapsel an die oben beschriebene Schaltung
angeschlossen werden. Die Eingangsschaltung ist dazu entsprechend
folgender Schaltskizze zu modifizieren:
Der Opamp CA3140 ist
ein CMOS-Typ mit extrem hohem Eingangswiderstand. Mit der hier
beschriebenen Schaltungsauslegung fliesst eine durch statische
Belastung des Piezos erzeugte Ladung etwa nach ca. 10 Sekunden
durch die 3 hochohmigen Widerstände ab. Am Ausgang
des als Spannungsfolger geschalteten Opamp entsteht ein gepufferter
Spannungsimpuls dieser Länge. Weiterverarbeitung und Parametrierung
des Verstärkers wie beim Elektret- Mikrofon, aber mit tieferer
unterer Grenzfrequenz. Der Piezo-Sensor sollte möglichst
direkt am Verstärker angeschlossen werden. Lange, insbesondere
abgeschirmte Zuleitungen verringern durch ihre Eigenkapazität
den Piezo-Effekt.
Piezo-Sensoren lassen
sich auch als Mikrofone einsetzen, bessere Erfahrungen haben
wir für diesen Anwendungsbereich jedoch mit Elektret-Kapseln
gemacht.
Piezo- Sensoren sind
dagegen hervorragend einsetzbar als preiswerte Erschütterungs-
und Beschleunigungssensoren. Dazu nimmt man eine möglichst
grosse Piezo-Scheibe (einzeln käuflich oder Piezo- Pieper
auf der Seite aufschneiden, an der das Kabel herauskommt), lagert
sie an den Aussenrändern auf einen Ring, z.B. aus fester
Pappe,damit sie sich durchbiegen können (ist bei Piezo-Piepern
meistens nicht notwendig, da sie schon mit Abstand im Plastikgehäuse
montiert sind) und klebt von oben in der Mitte eine seismische
Masse auf (z.B. eine Mutter M5). Der Kleber sollte möglichst
das Piezomaterial nicht angreifen und isolieren, gut geeignet
ist Teppichklebeband. Wirken Beschleunigungskräfte auf
die Piezoscheibe, wird sie bei diesem Aufbau in der Mitte geringfügig
verbogen, was in einer messbaren Piezospannung resultiert. Je
schwerer die seismische Masse, desto empfindlicher wird der
Sensor. Für einen Test kann man z.B. den so präparierten
Sensor unter ein schweres, flach auf dem Untergrund liegendes
Buch legen. Bewegt sich eine Person im Raum, werden die von
den Schritten erzeugten Bodenschwingungen angezeigt. Ein solches
System neigt allerdings zu Eigenresonanzen, d.h. die Frequenz
der so erzeugten Piezo-Schwingungen muss nicht identisch mit
den auslösenden Bodenerschütterungen sein.
Wenn keine Spitzenwertbildung
notwendig ist, d.h. wenn vor allem das Vorhandensein von Erschütterungen
oder Kraftänderungen niedriger Frequenz interessiert, kann
folgende vereinfachte Schaltung gut eingesetzt werden:
Piezoscheiben eignen
sich auch als einfache Touch-Buttons. Dazu werden sie flach
auf eine feste Unterlage geklebt, am besten die Seite mit der
hellgrauen Piezoschicht und den Anschlussdrähten nach oben.
Statt des Trimmpotentiometers kann ein fester Widerstand von
etwa 10 bis 100 Kiloohm, je nach gewünschter Druckschwelle,
eingebaut werden. Achtung, die Piezoladung fliesst in kurzer
Zeit über den 10 Megohm Widerstand ab (und noch schneller
über den Hautwiderstand, wenn die Oberfläche des Piezo
nicht isoliert wird). Solche Schalter eignen sich also nicht
zur Erkennung statischer Druckzustände.
Es gibt Schaltungstechniken
(Ladungsverstärker), die Ladungen des Piezos über
mehrere Stunden halten. Der dazu notwendige technische Aufwand
übersteigt den im Workshop möglichen Level.


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Okt '99. Alle Angaben nach bestem Wissen.
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