Sensoren
in Brückenschaltung, Instrumentenverstärker
Instrumentenverstärker,
Schaltungstechnik
Die Brückenschaltung
besteht aus zwei Spannungsteilern, gemessen wird die Differenz
der beiden Spannungsteiler und nicht wie beim einfachen Spannungsteiler
gegen Masse. Dadurch lässt sich die Präzision der
Messung in vielen Anwendungen deutlich verbessern. Um die geringen
Spannungsdifferenzen mit der Sensorbox oder einem anderen Standard
Analog / Digital- Wandler messen zu können, braucht man
einen Instrumentenverstärker. Zuerst wird die Spannungsdifferenz
verstärkt, dann wird sie in eine auf Masse bezogene Spannung
umgewandelt.
Für einfache Anforderungen,
vor allem wenn nur Standardbauteile zur Verfügung stehen,
kann die im Grundlagenteil vorgestellte Schaltung eingesetzt
werden.
Präziser und auch
einfacher aufzubauen sind Schaltungen mit integrierten Instrumentenverstärkern.
Relativ leicht erhältlich und preiswert ist die Schaltung
"INA126" des Herstellers Burr-Brown (Bezugsquelle RS Components,
Best.Nr. ). Die Anschlüsse am 8-poligen Gehäuse entsprechen
einem weit verbreiteten Industriestandard, somit ist der INA126
durch diverse andere integrierte Instrumentenverstärker
ersetzbar.
Obwohl sich Instrumentenverstärker
(kurz INA) in der Anwendung recht unkritisch verhalten, sollten
einige Punkte beachtet werden:
Die Brückenschaltung im Beispiel unten wird aus der 5 Volt
Betriebsspannung der Sensorbox gespeist. Die an der Brücke
abgegriffene Differenzspannung ist somit tendenziell allen Schwankungen
dieser Spannung proportional. Dieser Fehler wird weitgehend
kompensiert, indem diese Spannung zugleich als Referenzspannung
des Analog / Digitalwandlers der Sensorbox dient (Ratiometrisches
Wandlerprinzip). Für Präzisionsmessungen ist jedoch
eine detailliertere Betrachtung aller Komponenten notwendig,
etwa ob und wieweit sich der Sensor tatsächlich wie ein
Ohm'scher Widerstand verhält. Im Rahmen dieses Workshop
sind solche Feinheiten jedoch zu vernachlässigen.
Nicht alle Typen lassen
sich problemlos mit der geringen Betriebsspannung von 5 Volt
betreiben. Vor allem ältere Schaltungen brauchen eine positive
und eine negative Betriebsspannung, etwa +/- 12 Volt. Bei dieser
klassischen Schaltungstechnik wird der Referenzeingang des Verstärkers
an Masse (Ground) gelegt.
Der INA126 kann mit einer 5 Volt "single supply" Betriebsspannung
versorgt werden. Dann muss die Referenzspannung zwischen
Masse und positiver Betriebsspannung liegen, normalerweise nimmt
man die Mitte des Bereichs, also hier 2,5 Volt. Die Referenzspannung
ist gleich der Ausgangsspannung bei der Eingangsdifferenz 0
Volt. Für eine präzise Funktion des INA ist es sehr
wichtig, dass die Referenzspannung niederohmig zugeführt
wird. Daher wird sie zuerst mit einem Spannungsteiler
eingestellt und dann über einen als Spannungsfolger geschalteten
Operationsverstärker auf den Referenzeingang des INA gegeben.
Die Verstärkung
des INA wird mit einem einzigen externen Widerstand - R gain
- eingestellt. Je kleiner der Widerstand, desto höher die
Verstärkung. Mit der optionalen RC- Kombination Rt
/ Ct kann die obere Grenzfrequenz des INA der Messaufgabe angepasst
werden. Verringerung der oberen Grenzfrequenz bedeutet geringeres
Rauschen und geringeren Einfluss externer Störquellen auf
die Schaltung.
Ist die Widerstandsbrücke
vom Messverstärker entfernt angeordnet, wird man die Verbindung
mit einer abgeschirmten Leitung herstellen. Beste Schirmung
erhält man, wenn man die Abschirmung nicht direkt an Masse
legt (wie es z.B.bei Mikrofonen üblich ist), sondern auf
das mittlere Potential der Eingangsspannungen. Hierfür
ist in der Beispielschaltung ein zweiter als Spannungsfolger
geschalteter Operationsverstärker mit dem Ausgang "Shield"
vorgesehen.
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