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Sensoren mit
Spannungsausgang
Die hier beschriebenen Sensoren haben meist 2 oder 3 Anschlüsse und geben von sich aus eine Spannung ab: Masse (=Minuspol der Betriebsspannung), analoger Signalausgang und in vielen Fällen ist ausserdem notwendig der Pluspol der Betriebsspannung (5 Volt). Meist sind die Anschlüsse am Sensor als Lötösen ausgeführt, in einigen Fällen als Schraubkontakte oder als Steckverbindung. Es muss lediglich ein Anschlusskabel zur Sensorbox, wie an anderer Stelle beschrieben, am Sensor angebracht werden.
Potentiometer als Weg- oder WinkelsensorEin Potentiometer besteht aus einer Widerstandsbahn und einem Schleifer. Je nach Stellung des Potentiometers greift der Schleifer einen bestimmten Prozentsatz der an der Widerstandsbahn eingespeisten Spannung ab. Potentiometer sind variable Spannungsteiler. Für lineare Wegmessungen im Bereich einiger cm sind Schiebepotentiometer geeignet. Die in normalen Elektronik-Geschaften angebotenen Schiebepotentiometer sind jedoch für ernsthafte Sensor- Anwendungen zu fragil. Es gibt zuverlässige industrielle Schiebepotis, die allerdings auch in einer anderen Kostenklasse plaziert sind.
Drehpotentiometer, vor allem solche mit 6 mm Metallachse und
Leitplastik- Widerstandsbahn (z.B. Conrad Elektronik Best.Nr. 42 40
72-11), sind wesentlich robuster.Für einfache Versuchs- und Demonstrationszwecke
eignen sich gut
MikroschalterDie Bezeichnung "Mikroschalter" stammt noch aus der Zeit der Röhrentechnik gemessen an der heutigen Mikroelektronik sind diese Schalter eher klobig. Sie schalten jedoch recht präzise mit einem hörbaren Klick zwischen 2 Zuständen um. Diese Schalter sind auch mit Betätigungshebeln lieferbar, weshalb sie z.B. gerne als Sicherheitsschalter verwendet werden, etwa um ein Gerät beim Öffnen der Gehäusetür abzuschalten. Oder um einen Motor beim Erreichen eines Anschlags auszuschalten. Mikroschalter sind in der Regel stabil genug, um die Anschlußdrähte
direkt anzulöten. Manchmal ist die Schalterfunktion auch symbolisch aufgedruckt. Die
Schaltfeder ist schräg eingezeichnet. Der Punkt am Ende markiert
den Anschluss (der mit dem Eingang der Sensorbox verbunden wird). Die
beiden Linien am anderen Ende der Schaltfeder bezeichnen den Ruhe- und
den Arbeitskontakt, dabei ist der Ruhekontakt mit der Feder verbunden
gezeichnet.
Lichtsensor mit AnalogausgangDen Lichtsensor Texas Instruments TSL250 (für sichtbares Licht) gibt es bei Conrad Elektronik unter Bestellnummer 16 39 70. Der Typ TSL260 (Best.Nr. 1639 88) hat ähnliche Eigenschaften, seine maximale Empfindlichkeit liegt jedoch im Infrarotbereich. Die Ausgangsspannung der Sensoren ist der Lichtintensität über mehrere Zehnerpotenzen hinweg proportional, so sind mit geringem Aufwand quantitative Lichtmessungen möglich. Bei geringer Lichtinentensiät sinkt jedoch zugleich die Ausgangsspannung auf kleine Wert bis 10 Millivolt, die elektronisch nur recht ungenau zu verarbeiten sind. Beide Sensortypen sind bei Texas Instruments als Auslauftypen notiert.
Um die mechanische Stabilität zu verbessern, wird man in der Praxis zuerst die drei Sensorbeine durch eine kleine Lochrasterplatte stecken und auf der Lötseite festlöten. Dort werden die drei Anschlussleitungen festgelötet. In die Lochrasterplatte können auch sehr praktisch Befestigungslöcher für das Sensormodul gebohrt werden.
Photovoltaische Zelle (Solarzelle)Jede Fotodiode wirkt bei Lichteinstrahlung im Prinzip als Solarzelle, ist jedoch konstruktiv hierfür nicht optimiert. Viel praktischer für die Anwendung als Lichtsensor sind Solarpanels, die ausgelegt sind als Solar-Ladegeräte für 2 NiCd-Akkuzellen. (Die im Datenblatt angegebene Leerlaufspannung bei voller Sonneneinstrahlung darf max. 5 Volt betragen!). Solarzellen sind als Sensor vorzugsweise bei hoher Lichtintensität geeignet. Wegen der unterschiedlichen im Handel befindlichen Ausführungen
kann keine exakte Anleitung gegeben werden. Meistens ist der Pluspol
der aus dem Panel kommenden Leitung weiss oder grau markiert, man kann
sich aber nicht 100% darauf verlassen.
LichtschrankeDas IC "IS471F" von Sharp sieht unscheinbar aus, enthält jedoch einige raffinierte technologische Tricks. Bei Lichtschranken ist wichtig, dass sie möglichst nicht auf Tages- oder anderes Fremdlicht reagieren. Daher sollten Lichtschranken mit moduliertem Licht arbeiten. Das Lichschranken- IC erzeugt einen modulierten Steuerstrom für eine extern anzuschliessende Infrarot-LED. Eine Fotodiode ist als Empfänger im IC eingebaut, ihr Ausgangssignal wird auf einen für die Modulationsfrequenz optimierten Verstärker gegeben. Im Synchrondemodulator wird aus der modulierten Wechselspannung eine proportionale Gleichspannung gewonnen, die schliesslich am Ausgang verfügbar ist. Als zusätzliche positive Eigenschaft unterdrückt der Synchrondemodulator teilweise auch von anderen modulierten Infrarotsendern stammende Signale. Trotz dieser interessanten Eigenschaften war der praktische Test dieses Bauteils eher enttäuschend. Mit einer Infrarot-LED, motiert in ein Reflektorgehäuse, erreichten wir beim Aufbau als Einweg- Lichtschranke eine Reichweite von etwa 1 Meter. Das gleiche als Reflexions-Lichtschranke hat eine Reichweite von ca. 10 cm (Hand und Gesichtshaut als Reflektor)
passiver Infratotdetektor als Näherungs- Sensor ("pyroelektrischer Sensor")Es wird dringend empfohlen, solche Sensormodule zu verwenden, die bereits einen Vorverstärker eingebaut haben. Der Vorverstärker braucht eine Referenzspannung, dafür ist manchmal bereits ein Spannungsteiler eingebaut, manchmal müssen 2 externe Widerstände hinzugefügt werden. Die lehrbuchmässige Funktion eines solchen Sensors ist folgende: Trifft infrarote Wärmestrahlung auf den Sensor, so wird die Ausgangsspannung zuerst positiver, kehrt aber nach ca. 1 Sekunde wieder auf ihren Ruhewert zurück. Verläßt die Strahlungsquelle den Empfangsbereich, so wird die Ausgangsspannung zuerst negativer (d.h. geht gegen 0 Volt), kehrt nach ca. 1 Sekunde auf ihren Ruhewert zurück. Das Zurückfallen der Spannung hat zwei Ursachen: eine liegt im Sensor selbst, dass er sich im Laufe der Zeit an die eintreffende Wärmestrahlung gewöhnt und nur auf Änderungen reagiert. Die zweite Ursache liegt im hochempfindlichen, wechselspannungs- gekoppelten Verstärker, der sich zusammen mit dem eigentlichen Sensorbauteil auf einer kleinen Platine befindet. Der hier beschriebene Sensor verhält sich jedoch viel "nervöser": teilweise steigt die Ausgangsspannung, teilweise sinkt sie bei Annäherung an den Sensor, so dass er zwar als indifferenter Anwesenheitssensor brauchbar ist, aber keine Aussage über Annäherung oder Entfernung der erfassten Person erlaubt. Achtung: Der Conrad Katalog enthält vermutlich einen Druckfehler: unter der o.g. Bestellnummer wird das im Katalog mit Bild 3 angegebene Teil geliefert, was nach dem mitgelieferten Datenblatt anscheinend auch korrekt ist. Schliesslich haben wir noch ein "nacktes" pyroelektrisches Sensorelement getestet (Conrad Elektronik Best.Nr. 17 8730-11). Es ist folgendermassen anzuschliessen: Pin D wird an +5 Volt gelegt, Pin S über einen Widerstand 56 Kiloohm an Masse, Pin G (mit dem Gehäuse verbunden) wird direkt an Masse gelegt. Das (sehr geringe) Ausgangssignal kann an Pin S abgegriffen werden. Zur Verstärkung eignet sich folgende Schaltung:
Die Ausgangsspannung des Sensors
beträgt ohne Eingangssignal etwa 0,6 Volt, dies ist auch die Ausgangsspannung
des Verstärkers ohne Signal. D.h. diese Schaltung weist die an
anderer Stelle beschriebenen asymmetrischen Eigenschaften
auf. Ist das nicht erwünscht, so kann man den Sensor auch mittels
Koppelkondensator an die Schaltung für
das Elektretmikrofon anschliessen, Rlast entfällt dann.
Allerdings kann der Selbstbau eines Verstärkers nur empfohlen werden,
wenn der Sensor für sehr geringe Entfernungen eingesetzt werden
soll (max. 50 cm), in diesem Bereich ist der Sensor mit geringerer
Verstärkung möglicherweise sogar besser geeignet als obiger
komplett gelieferter Sensor. Für grössere Abstände ist
ein zweistufiger Verstärker notwendig, der für eine störungsfreie
Funktion spezielle Aufbau- und Abschirmtechniken verlangt, die über
den Anspruch dieses Workshops hinausgehen. Der "nackte" Sensor hat die
gleiche Charakteristik wie oben beschriebenes Fertig- Bauteil, durch
halbseitiges Abkleben des Fensters wird der gleiche Effekt erzielt.
angepasster Drucksensor Sehr gut geeignet für den unproblematischen Anschluss an die
Sensorbox - wenn leider auch recht teuer - ist der Motorola Drucksensor
MPX5100DP (lieferbar z.B. von Conrad Elektronik, Best. Nr.18 38 90 -11).
Das Ausgangssignal wird an Pin 1 (mit Kerbe) ausgegeben. Die Masseleitung wird daneben an Pin 2 angeschlossen und die positive 5 Volt Betriebsspannung an Pin 3. Die anderen 3 Pins dürfen nicht angeschlossen werden. Der nutzbare Ausgangsspannungs-Bereich beträgt 0,5 Volt (keine Druckdifferenz zwischen den beiden Druck-Anschlüssen) bis 4,5 Volt (100 kPa - entspricht etwa 1 Atmosphäre - zwischen den Druck- Anschlüssen.) Leider kann man mit diesem Sensor nur Überdruck des Anschlusses auf der Beschriftungsseite relativ zum anderen Anschluss messen oder Unterdruck des Anschlusses auf der unbedruckten Seite. Um den Sensor für den praktischen Einsatz robuster zu machen, sollten die Anschlussdrähte nicht frei an den Sensor gelötet werden. Man sollte die Drähte vorsichtig um 90 Grad abwinkeln, den Sensor auf auf eine Lochrasterplatte schrauben, die Anschlüsse durch die Platte stecken und von unten die Drähte anlöten.
Analogsynthesizer (Korg MS-20)Die vom Keyboard erzeugte Steuerspannung nimmt mit jeder Taste von links nach rechts zu, ihr Maximalwert beträgt 8,5 Volt. Diese Spannung kann mit einem 6,3 mm Klinkenstecker abgegriffen werden. Um sie an den 5-Volt Spannungsbereich der Sensorbox anzupassen, wird sie mit einem Spannungsteiler, bestehend aus einem Widerstand 47 Kiloohm vom Keyboard Ausgang zum Analogeinang der Sensorbox und ein Widerstand 82 Kiloohm vom Analogeingang nach Masse. Es ist zu berücksichtigen, dass letzterem zusätzlich der Eingangswiderstand der Sensorbox von 220 Kiloohm parallel geschaltet ist. So liegt an der Sensorbox maximal eine Spannung von 4,8 Volt an. Wegen der hohen Widerstandswerte wird eine abgeschirmte Leistung verwendet. Die Spannung bleibt auch nach dem Loslassen der Taste über einen längeren Zeitraum konstant bestehen bis eine andere Taste gedrückt wird. Neben der analogen Keyboard Spannung erzeugt der Synthesizer einen Triggerimpuls: wird keine Taste gedrückt, beträgt die Spannung am Triggerausgang 5,1 Volt Solange eine beliebige Taste gedrückt wird, sinkt die Spannung auf fast 0 Volt. Zur Entkoppelung wird eine Schottky-Diode zwischen Triggerausgang und binärem I/O der Sensorbox geschaltet sowie ein "Pull-Up" Widerstand 22 Kiloohm vom Eingang der Sensorbox zur positiven Betriebsspannung. Zum Eichen der Spannungsskala drückt man eine Taste nach der anderen und merkt sich die Ausgangsspannungen. Danach werden jeweils in der Mitte der Spannungssprünge von Taste zu Taste Schwellwerte bestimmt. Während des Spiels wird primär der Triggerimpuls überwacht. Nach Eintreten eines Tasten-Events wird die Analogspannung ausgelesen und mit oben bestimmter Skala in einen Tonwert umgerechnet. Nach dem gleichen Verfahren können auch andere Synthesizer-Typen an den Rechner angeschlossen werden. Mit dieser Schaltung kann das analoge Keyboard mit Hilfe eines auf
dem PC laufenden Programms in ein MIDI-Keyboard umgewandelt werden.
Sicherlich könnte man dasselbe einfacher mit einem "richtigen"
MIDI-Keyboard erreichen. Es können aber rechnergesteuerte Effekte
synchron zum analogen Spiel des Synthesizers gekoppelt werden.
* Informationsstand Okt '99. Alle Angaben nach bestem Wissen. * Der Autor übernimmt keine Haftung für Richtigkeit der Angaben und deren Eignung für einen bestimmten Zweck. * Im Text zitierte Warenzeichen und Produktnamen sind Eigentum ihrer Eigentümer. |